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Diluvialfragen des Industriegebietes

Wildschrey, Ed.

Kurzfassung

Die Geologische Gesellschaft für den Industriebezirk (Essen) hat sich seit sechs Jahren hauptsächlich die Aufklärung des Rhein-Ruhr-Diluviums zur Aufgabe gesetzt. An den Untersuchungen beteiligten sich vornehmlich die Herren Löscher (Essen), Steinmann jr. (Essen), Wildschrey (Duisburg). Sowohl am Rhein wie an der Ruhr gibt es drei große diluviale Terrassen: Hauptterrasse, Mittelterrasse und Niederterrasse (wobei die Frage, ob sich die Hauptterrasse evtl. noch spalten könnte, einstweilen noch nicht spruchreif erscheint). Das Kernproblem, von dem alle Herren ausgingen, war die Frage: Welcher der drei Terrassen entspricht der Vorstoß der nordischen Hauptvereisung (E2 oder Saale-Eiszeit), die bis zum Niederrhein vorgedrungen ist? Von allen drei Herren wurde unabhängig voneinander in verschiedenen Gebieten übereinstimmend festgestellt, daß hier nur diejenige Terrasse in-Frage kommen könne, die als tiefste noch Löß trägt, die sich nur wenig über der Niederterrasse erhebt und die Gustav Steinmann (Bonn) im stratigraphischen Sinne als Mittelterrasse bezeichnet. Da diese als Äquivalent der Rißeiszeit aufgefaßt wird, so ist jetzt zwischen dem alpinen und dem nordischen Glazial eine feste Brücke geschlagen, und zwar in dem Sinne E2 (Saale-Eiszeit) = Mittelterrasse = Rißeiszeit. Fast genau wie am Niederrhein liegen, wie die der diesjährigen Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft vorhergegangenen Exkursionen ergaben, die Verhältnisse an der Weser. Darüber hinaus gelangte der Vortragende am Niederrhein zu Ergebnissen, die auf das Gesamtbild und die Ursachen der Terrassenerscheinung Licht werfen. So zwingen die niederrheinischen Verhältnisse, den ganzen Terrassenrhythmus als Ausdruck eines periodischen Klimawechsels aufzufassen. Jeder der großen Terrassen entspricht eine Eiszeit. Ihr Schotterteppich zeichnet sich durch Reichtum an Geröllen aus, deren Durchmesser sogar bis über 1 m steigen kann. ...