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Untersuchungen über die Faziesverhältnisse im Unter-, Mittel- und Oberdevon des südlichen Sauerlandes

Henke, W.

Kurzfassung

Zwischen dem Unterdevon des Ebbesattels und dem Unterdevon des Siegener Sattels ist durch Einfaltung ein größeres Gebiet von Mitteldevon, Oberdevon und Unterkarbon erhalten geblieben, das ermöglicht, die Faziesverschiedenheiten dieser Schichten im nördlichen und südlichen Sauerland zu vergleichen und stratigraphisch zu klaren. Ohne die geologische Spezialkartierung dieses Gebietes, die von W. E. Schmidt und mir in den Jahren 1911 bis 1919 durchgeführt wurde, wäre es nicht möglich gewesen, diesen fast in allen Schichtengliedern zu beobachtenden. Fazieswechsel so zu klaren, wie es die moderne Stratigraphie erfordert. Das große Verständnis, das die Direktion der Geologischen Landesanstalt diesen zeitraubenden Arbeiten entgegenbrachte, erlaubte es, durch vergleichende Studien andere Devongebiete kennenzulernen und dadurch eine weitgehende Klärung der Stratigraphie des Devongebietes des südlichen Sauerlandes herbeizuführen. Das anscheinende Fehlen der mächtigen Schichtenfolge von sandig-tonigem oberen Mitteldevon und von Massenkalk auf dem Südflügel der Attendorn-Elsper Doppelmulde sowie das dichte Heranrücken des Unterdevons an das Oberdevon im S der Doppelmulde veranlaßte früher die Annahme von großen Überschiebungen und streichenden Störungen. Ich verweise auf die geologische Karte der Revierbeschreibung Olpe-Arnsberg, wo diese Ansicht zum Ausdruck gekommen ist. Später wurde der Versuch gemacht, die außerordentlich schroffen Fazieswechsel in den verschiedenen Formationsgliedern in alpinem Sinne mit großen Überschiebungen zu erklären. Ich glaube aber, daß dieser Versuch jetzt aufgegeben ist. ...