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Die Gesetzmäßigkeiten der Karbildung in den Nördlichen Kalkalpen

Seidl, Erich

Kurzfassung

Kare sind - in morphologischer Beziehung-Austiefungen und (manchmal zirkusähnliche) Ausweitungen von Talendigungen. Sie sind gegen das Gebirge von steilen Wänden und gegen den Talausgang oft durch eine kleine ,Barre" begrenzt. Gesteinstrümmer bilden den ,Karboden", der von Schnee- und Eismassen, auch von stehendem Wasser bedeckt sein kann, das dann einen auffallend geringen Abfluß über Tage hat. Unter den verschiedenartigen Erklärungen, die die Entstehung berücksichtigen, hat zurzeit die wohl die meisten Anhänger, welche die Kare als eiszeitliche Wirkung, als Talbildungen, die durch Ausschürfung von Gletschern erweitert sind, ansieht. Andere Erscheinungen-tektonische Schnitte, Erosionsrinnen, Dolinenbildungen, Spaltenfrost, Gesteinsbeschaffenheit-werden meist nur als vorbereitende oder begleitende Umstände angesehen. ...