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Die Oser von Strausberg bei Berlin

Wolff, W.

Kurzfassung

Auf der 200 000 teiligen geologischen Karte hat K. Keilhack das Diluvium der weiteren Umgebung von Berlin in neuzeitlicher Auffassung dargestellt und dabei eine Anzahl von Wallbergen, deren Bedeutung zur Zeit der geologischen Spezialaufnahmen in dieser Gegend noch unbekannt war, als Oser gekennzeichnet. Dar mächtigste und eindruckvollste dieser Oser ist wohl der von Keilhack bei Hoppegarten südwestlich von Dahmsdorf-Müncheberg angegebene. Leider liegt er ungefähr 7 km von der Bahn entfernt und weit außerhalb des Berliner Vorortverkehrs. Ich möchte deshalb auf einen für Exkursionen unvergleichlich günstiger gelegenen und modellartig ausgeprägten Os in der Nähe des Bahnhofs Strausberg aufmerksam machen, der wohl schon dem einen oder anderen Fachgenossen bekannt geworden, meines Wissens aber noch nicht in der Literatur beschrieben ist. Man findet ihn, wenn man vom Bahnhof in östlicher Richtung an der Bahn entlang wandert, die Bahn auf der Chaussee überschreitet und dann wieder in der vorigen Richtung den die Bahn auf der Südseite begleitenden Fußweg einschlägt. Dabei überquert man zuerst das Bachtal an der Ostseite der Strausberger Vorstadt und alsdann ein Stück Sander-Hochebene, das mit Kiefernwald bestanden ist und in dem sich eine riesige Kiesgrube befindet. Diese Kiesgrube gewährt einen schönen Einblick in den Schichtenaufbau des Sanders und bietet auch die Möglichkeit zum Sammeln von Geschieben. Bemerkenswerterweise kommen nur Geschiebe bis reichlich Kopfgröße vor, während größere Blöcke fehlen. Wir befinden uns eben, wie auch die Keilhacksche Karte lehrt, in einem Sander von nordsüdlicher Erstreckung, der beiderseits von Grundmoränenflächen eingefaßt wird und offenbar eine Ausschmelzungszone im Eise darstellt, in welche von allen Seiten Sand- und Steingeröll hineingespült wurde; es ist selbstverständlich undenkbar, daß die kopfgroßen Gerölle etwa aus dem weit entlegenen Moränengelände nördlich von Strausberg herbeigeschwemmt sein könnten. ...