Original paper

Ein Vorkommen jungvulkanischen Gesteins bei Brixen a. E. (Südtirol)

v. Klebelsberg, R.

Kurzfassung

Gelegentlich eines Osteraufenthaltes 1925 in Südtirol erzählte mir der Brixner Arzt Dr. Ignaz Mader, ein um die Heimatforschung sehr verdienter Mann, von merkwürdigen Schlacken, die auf einem Berge nahe Brixen vorkämen; mit der Gegend vertraute Leute, insbesondere Jäger, wüßten schon lange davon, Mader selbst ist vor Jahren durch einen Jagdgefährten, Herrn Dr. med. Anton Desaler (Bozen), auf die Stelle aufmerksam gemacht worden. Soweit eine Erklärung des Vorkommens überhaupt versucht wurde, sei sie in urgeschichtliche Richtung gegangen. Diese Mitteilung begleitete Mader mit der Vorzeigung einiger Gesteinsstücke, die z. T. nicht anders denn als Bimsstein zu bezeichnen, waren. Auf meine Bitte führte mich Mader alsbald an die Fundstelle. Sie liegt, ungefähr eine Gehstunde NNO von Brixen, auf der Höhe des höchsten der Elvaser Köpfe, des sog. Mair- oder Guggenhaus-Bühels, etwa 920 m ü. M. Es ist das eine stumpfe, gletschergerundete Felskuppe, z. T. mit Moränenschutt bedeckt, von schütterem Föhrenwald bestanden. Der Fels ist Quarzphyllit bis Glimmerschiefer, wie er in der Brixner Gegend herrscht, der Moränenschutt, der ihn z. T. bedeckt, führt außerdem Granit und Gneise aus den weiter nördlich vom Eisaktal an die Nordseite des Pustertals hinüberziehenden orographisch zentralalpinen Zonen. Aus dem Waldboden am Scheitel der Kuppe schauen nun wie Reste von Grundmauern kleine Partien einer harten Brekzie vor. Hauptsächlich sind es zwei Partien, eine größere, die in SW-NO-Richtung etwas längsgestreckt ist, und eine kleinere in derselben Streiehungsaxe etwa 1 1/2 m weiter NO. In der weiteren Fortsetzung des Streichens nach NO folgen noch, ein paar ganz kleine Vorragungen gleichen Materials. ...