Original paper

Gemeinsame Züge und Verschiedenheiten in den Profilen des. Karbons der paralischen und limnischen (Binnen-)Kohlenbecken

Gothan, W.

Kurzfassung

In dem Titel selber liegt zwar schon der Hinweis auf eine Verschiedenheit des Karbons zweier unter dem Namen paralischer und limnischer Steinkohlenbecken enthalten: Nämlich das Auftreten mariner Einlagerungen in den im übrigen terrestrischen Schichten des Profils der paralischen Kohlenreviere im Gegensatz zu den limnischen Kohlenbecken, wo marine Einlagerungen fehlen. Auf diese Eigentümlichkeiten soll hier, da sie ja allbekannt sind, nicht weiter eingegangen werden, sondern es sollen eine Reihe von anderen Beziehungen bzw. Verschiedenheiten in der Entwicklung der Profile sowohl der paralischen als auch der limnischen Steinkohlenbecken ans Licht gezogen werden, die zum Teil noch wenig beachtet oder bekannt sind, aber gleichwohl als große gemeinsame Züge die Beachtung ebenso sehr verdienen als die Eigenschaften der Steinkohlenreviere, die ihnen den Namen paralische und limnische eingetragen haben. Da ich auf diese Eigenheiten durch die frühere Beschäftigung mit der oberschlesischen Steinkohlenflora aufmerksam wurde, so soll zunächst mit einer Betrachtung des Profils dieses Steinkohlenbeckens begonnen und von ihm dann auf die anderen paralischen Becken übergegangen werden. Das oberschlesische Becken ist zu der Betrachtung des Karbonprofils im ganzen recht gut geeignet, da bei ihm die produktive Entwicklung, die Flözführung, bereits unmittelbar über dem Kulm beginnt, wenn diese auch in dem Becken selbst in den tiefsten Schichten sehr ungleichmäßig stark vorhanden ist und, ohne daß eigentlich flözleere Schichten auftreten, hinaufzuverfolgen ist bis zu den höchsten Schichten des dortigen Karbons, die ich früher als Chelmer Schichten bezeichnet habe, nach dem Orte Chelm in der Nähe der damaligen galizischen Grenze So gleichmäßig fortlaufend, wie man nach der Entwicklung des Profils erwarten sollte, ist die Entwicklung der Fossilführung selber jedoch nicht. ...