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Über eine ausgestorbene Riesenschildkröte der Insel Teneriffa

Ahl, Ernst

Kurzfassung

Vor einiger Zeit übergab mir Herr Geheimrat C. Gagel, Abteilungsdirektor in der Geologischen Landesanstalt in Berlin, die wenigen Reste einer Riesenschildkröte aus Teneriffa, die Herr Dr. O. Burchard daselbst aufgefunden hatte. Die Skeletteile befinden sich im Zool. Museum der Universität Berlin. Ich sage hierdurch Herrn Geheimrat Gagel auch an dieser Stelle für seine hochherzige Spende und die Erlaubnis der Veröffentlichung meinen herzlichsten Dank. Von der Schildkröte selbst ist bis jetzt nur der rechte Humerus sowie die beiden Femur bekannt, doch ist zu hoffen, daß der rührige Finder bald mehr Teile heranschaffen kann, so daß wir uns ein vollständigeres Bild dieses so überaus interessanten Tieres machen können. Ich erlaube mir, diese Schildkröte zu Ehren des Sammlers als Testudo Burchardi spec. nov. zu bezeichnen. Betreffs der genaueren Angaben über Einzelheiten der Knochen verweise ich auf die nach photographischen Aufnahmen hergestellten Abbildungen. a) Der rechte Humerus (Abb. 1-4) besitzt eine Länge von 169 mm und an dem schlankesten Teile des Schaftes einen Umfang von 73 mm. Leider ist der Humerus an beiden Enden stark beschädigt, so daß deren Beschreibung nur sehr kümmerlich ausfallen kann. Der Schaft ist sehr lang; und schlank, in der Mitte verhältnismäßig rund. Ob der ulnare Fortsatz über den Gelenkkopf hinausragt, läßt sich nicht entscheiden, da er abgebrochen ist. Der radiale Fortsatz ist sehr tief herabgeführt und liegt gänzlich in der Ebene unter dem Kopf. Der Kanal für die Adern am radialen Ende ist nicht zu erkennen, da leider dieses Ende ebenfalls stark beschädigt ist. Im allgemeinen sind die Höhlen des Humerus, soweit ihre Tiefe noch infolge der abgebrochenen Erhöhungen zu deuten ist, im Vergleich mit den recenten Riesenschildkröten als relativ flach zu bezeichnen. ...