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Über metasomatische Schwerspatlagerstätten in Deutschland

Bärtling, R.

Kurzfassung

Die metasomatischen Schwerspatlagerstätten bilden zweifellos den geologisch interessantesten Typus der Barytvorkommen, wenn auch ihre wirtschaftliche Bedeutung noch erheblich hinter der der Gänge und des Meggener Lagers zurücksteht. Die Produktion der Barytgänge beherrscht unbestritten den Markt für hochwertigen Weißspat, während aus dem Meggener Lager etwa 9/10 des gesamten in Deutschland verbrauchten oder ausgeführten Reduzierspats für die chemische Industrie erzeugt wird. Daneben mußten die metasomatischen Vorkommen trotz der stellenweise sehr reichen Vorräte zurücktreten, da die Trennung des mit Nebengestein verwachsenen Spates kostspielig und oft auch nur unvollkommen möglich war. Hierin dürfte sich aber vielleicht in absehbarer Zeit ein Wechsel vollziehen, nachdem es einem der Werke gelungen ist, durch chemische Aufbereitung nach einem neuen Verfahren aus dem mit Kalk verwachsenen unansehnlichen Rohspat der metasomatischen Lagerstätte einen erstklassigen rein weißen Baryt zu gewinnen. Auch die zu erwartende Steigerung der wirtschaftlichen Bedeutung gewisser metasomatischer Barytvorkommen rechtfertigt es, neben dem rein geologischen Interesse eine Übersicht über die bislang in Deutschland bekannten derartigen Lagerstätten zu geben. Es kann sich dabei natürlich nur um solche Lagerstätten handeln, die eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung haben oder erreichen können, nicht aber um die Ausscheidungen von Baryt im Zechsteinkalk, die in Waldeck, am Nordranden des Spessarts und im hessisch-thüringischen Hügelland, bekannt sind. Stellenweise sind die Barytknollen und -bruchstücke aus solchen Vorkommen im Verwitterungsboden so häufig, daß sie das Vorhandensein größerer Lager vortäuschen können. Auch auf die Gänge, die zuweilen dort, wo sie Kalke durchsetzen, eine weitgehende metasomatische Umwandlung des Kalkes hervorgerufen haben (z. B. Albungen bei Sooden a. W.), möchte ich hier nicht eingehen. ...