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Kerbwirkung in Technik und Wissenschaft; Kerbwirkung in der Geologie

Seidl, E.

Kurzfassung

Herr Otto Ampferer, Wien, macht mich zu meiner Abhandlung ,Kerbwirkung in Technik und Wissenschaft; Kerbwirkimg in der Geologie" (diese Zeitschr. Bd. 77, 1925, Abh. S. 300), darauf aufmerksam, daß er schon im Jahre 1916 den Begriff ,Kerbwirkung" in die Geologie eingeführt habe, und zwar in Anlehnung an die Experimente von A. Léon, an denen er seinerzeit als geologischer Berater teilgenommen habe. In der betreffenden Abhandlung ,Vorläufiger Bericht über neue Untersuchungen der exotischen Gerölle und der Tektonik niederösterreichischer Gosauablagerungen" lautet die bezügliche Stelle: ,Die Wirkung der Pressung auf eine durch tiefe Einschnitte freigesägte Platte ... tritt an der Hohen Wand hervor. Aber auch die Tafel des Geban zeigt diese als ,Kerbwirkung" zu bezeichnende Erscheinung ..." Ferner habe er im Jahre 1919 eine Arbeit ,Über die Bedeutung von Kerben für den Verlauf tektonischer Gestaltungen", Verh. der Geol. Reichsanstalt, 1919, Nr. 5, S. 133 ff., veröffentlicht. Seitdem sei dieses Erklärungsprinzip sowohl in der Tektonik als auch in der Geomorphologie von ihm in einer Reihe von Arbeiten weiter verwendet worden. Die betreffenden Arbeiten waren mir bei Abfassung meiner Abhandlung nicht bekannt. Auch bin ich bei Durchsicht geologischer Lehrbücher (z. B. Josef Stiny: Technische Geologie 1922), in meinen zahlreichen Unterredungen mit Wissenschaftlern, und in Diskussionsbemerkungen zu meinen in Luzern und Berlin gehaltenen Vorträgen dem Begriff ,Kerb und Kerbwirkung" in der Geologie nicht begegnet. Auch in den in meiner Abhandlung zitierten Arbeiten von F. Willheim und A. Léon (1910 und 1915) sind Hinweise auf gemeinsame Arbeiten von Herrn Léon mit Herrn Ampferer nicht enthalten. ...