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Über eine große Aturia aus dem norddeutschen Eocän.

Gagel, C.

Kurzfassung

Versteinerungen sind im norddeutschen Untereocän sehr selten, ebenso selten wie im englischen Londonton, und es ist immer ein besonderer Glückszufall, wenn man in den großen Tongruben ein bestimmbares Fossil daraus erhalten kann. Der Güte des Herrn Ziegeleidirektors Dr. Greeske in Jatznick verdanke ich nun die Überreste einer sehr großen Aturia, die er selbst dort aus der frischen Baggerwand gerettet hat, nachdem leider der Bagger schon einen erheblichen Teil derselben zerstört hatte. Das Bruchstück umfaßt etwa drei Kammern mit der gut erhaltenen Perlmutterschale und zeigt außer den Kammerwänden mit der charakteristischen, sehr tief gezackten Lobenbildung den großen Sipho mit den sehr langen Siphonaltüten, so daß über die Zugehörigkeit des Fossils zu der Gattung Aturia kein Zweifel bestehen kann. Die Höhe des letzten Umganges beträgt etwa 9,6 Zentimeter, die Dicke etwa 12 Zentimeter, der Sipho ist 18 bis 20 Millimeter stark und die Siphonaltüten sind mehr als 38 Millimeter tief. Es ist also eine sehr große und sehr gedrungene Form, die sich von dem bekannten Leitfossil des Londontons durch die sehr viel bedeutendere Größe und die starke Aufgeblasenheit unterscheidet, also wohl sicher eine neue Art darstellt. Nautiloideen, speziell Aturien, sind nun unter den an sich schon so seltenen Fossilien des Untereocäns ganz besondere Seltenheiten, so daß sich dieser Fund in jeder Hinsicht als ein besonders bedeutsamer darstellt. Die Zwischenräume zwischen den Kammerwänden sind meistens mit einem gelbbraunen, sehr stark verhärteten ,Tonmergel" ausgefüllt, der offenbar durch spätere Kalk- und Phosphorsäureinfiltration so verhärtet ist; in den tief eingezogenen Winkeln der letzten Lobenlinie dagegen saß noch etwas von der ursprünglichen, unveränderten Tonsubstanz, ein graugrüner, fast kalkfreier Ton, wie er in dem westbaltischen Untereocän so gewöhnlich ist, der vom Septarienton aber durchaus abweicht. ...