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Einiges zur Kenntnis der erzführenden Dolomite im östlichen Oberschlesien und in den angrenzenden Gebieten

Assmann, P.

Kurzfassung

Die erzführenden Dolomite sind bekanntlich nur im östlichen Oberschlesien, in Kongreßpolen und Galizien entwickelt und vertreten dort die obere Stufe des Unteren Muschelkalks, während die untere Stufe vom Wellenkalk gebildet wird. Die westliche Dolomitgrenze verläuft in einer gebrochenen Linie, die westlich von Biskupitz beginnt, zunächst in nordwestlicher Richtung auf Wieschowa, dann in östlicher Richtung auf Friedrichswelle zu verläuft; um kurz vor dem Ort die ursprüngliche Richtung wieder aufzunehmen und schließlich jenseits der Drama mehr nordöstliche Richtung einzuhalten. Es wird heute nicht mehr daran gezweifelt, daß die erzführenden Dolomite keinen primären Charakter tragen, sondern nur dolomitisierte Kalke sind. Die Dolomitisierung erfolgte erheblich später als die Ablagerung der Schichten. Auf den Zeitpunkt komme ich weiter unten noch zurück. Im folgenden möchte ich nun einige Beobachtungen mitteilen, die ich Gelegenheit hatte, kürzlich im polnischen Teil von Oberschlesien und im ehemaligen Kongreßpolen zu machen, und die geeignet sind, die bisherige Kenntnis von diesen Schichten etwas zu erweitern. Bisher hatte man angenommen, daß von dem Dolomitisierungsprozeß, der durch aufsteigende Lösungen (entweder Sulfat-, Chlorid- oder Karbonatlösungen) erfolgte, lediglich die Gorasdzer Schichten und die beiden höheren Stufen des Unteren Muschelkalks, nicht aber auch Wellenkalke betroffen worden wären. Wohl hatten Michael und Raefler hier und da in der Wellenkalkstufe, z. B. in der Pitschpinge bei Radzionkau, im Dolomitbruch bei Blechowka, bei Rudy Piekar und Chorzow, dunkelbraun gefärbten Kalkeisenstein mit einem gewissen Magnesiagehalt beobachtet; sie führten indessen seine Entstehung auf sekundäre, oxydationsmetasomatische Vorgange zurück, die durch die bei der akkumulativen Verwitterung darüber liegender Schichten in Lösung gegangenen Salze hervorgerufen sein sollten. ...