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Die Deckschichten des Rabutzer Beckentons.

Weissermel, W.; Picard, E.

Kurzfassung

Zu den bestbekannten, in der Erforschung aller Einzelheiten am weitesten fortgeschrittenen Ablagerungen des norddeutschen Diluviums gehört der Rabutzer Beckenton. Nachdem zuerst V. Fritsch die allgemeine Aufmerksamkeit auf dieses räumlich beschränkte und dabei so bedeutungsvolle Tonvorkommen und seine Fossilführung gelenkt hatte, Wüst zur Kenntnis seiner Wirbeltierreste beigetragen, Wiegers das erste Artefakt aus ihm beschrieben hatte, stellte Siegert durch sehr sorgfältige Untersuchungen, die noch weit über den Rahmen der an sich schon zu größter Sorgfalt zwingenden Spezialkartierung hinausgingen, die stratigraphische Stellung des Tonlagers endgültig fest. Weber und Soergel erforschten sodann in sorgfältigster Kleinarbeit das Spezialprofil des Tones selbst und seine pflanzlichen und tierischen Einschlüsse und rekonstruierten in vorbildlicher Weise die Entstehungsgeschichte der Ablagerung. Alter und Entstehung des Tones dürfen also jetzt als so gut erforscht gelten, daß in dieser Richtung nicht mehr viel zu tun bleibt. Anders steht es mit der Natur der Deckschichten. Zwar wurden dieselben allgemein als Absätze einer Vereisung angesehen, aber nach dem damaligen Stande der Aufschlüsse mußten sich die einzelnen Forscher in dieser Hinsicht eine gewisse Reserve auferlegen. Neuerdings ist nun K. Keilhack auf Grund eines mit mehreren anderen Geologen unternommenen einmaligen Besuches der Rabutzer Grube zu einer abweichenden Auffassung gekommen, daß nämlich der Rabutzer Ton von keinem Inlandeise mehr überschritten sei, seine Deckschichten vielmehr Umlagerungsprodukte des älteren, die Tonrinne umrahmenden Glazialdiluviums seien. Wir haben Gelegenheit gehabt, nach Keilhack in verschiedenen Jahren die Rabutzer Aufschlüsse zu besuchen und dort Verhältnisse gefunden, die unseres Erachtens mit der Auffassung Keilhacks nicht zu vereinigen sind, sondern die Grundmoränennatur der Deckschichten beweisen. ...