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Über die telefonischen Grundlagen der Flußterrassenbildung

Quiring, Heinrich

Kurzfassung

Jedes geotektonische Geschehen läuft diskontinuierlich ab. Episodisch und rhythmisch treten Abweichungen, Ausschläge, Rückschläge in der Vorgangsfolge auf. Phasen kräftiger tektonischer Bewegung werden von Phasen geringerer Veränderungen, ja von Phasen gegensätzlichen Bewegungssinnes abgelöst. Es lassen sich tektonische Cyklen kurzer, mittlerer, langer und längster Periode unterscheiden. Als tektonische Bewegungen kurzer Periode können wir beispielsweise den von Blaupot Ten Cate erwähnten Wechsel zwischen Absenkung und Stillstand des Amsterdamer Bodens in den letzten beiden Jahrhunderten betrachten. Einem Wellengang mittlerer Periode gehören diejenigen Vorgänge an, deren Cyklus bereits geologische Zeiträume umfaßt. Symptome und Indizien dieser Bewegungen sind viele regionaltektonisch oder lokaltektonisch bedingte Trans- und Regressionen des Meeres. Merkmale der den Bewegungsphasen eingeschalteten Ruhezeiten sind z. B. die Strand- und Flußterrassen. Bewegungen langer Periode sind m. E. die sogenannten orogenetischen Phasen des norddeutschen Tertiärs und Mesozoikums, vor allem die Juraphase, die Oberkreide-Alttertiärphase und die Jungtertiär-Quartärphase. Längsten Schwingungsabstand zeigen die gewaltigen, die ganze Erde umspannenden Tangentialdruck-Perioden, wie der karbonische und der tertiäre Zusammenschub der alpinotypen Faltengebirge. Die Erkennung dieser periodischen Bewegungen hat seit einigen Jahren dazu geführt, auch den Sedimentations- und Abtragungscyklen besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Man sucht die Entstehungsbedingungen der vertikalen Sinkstoffänderung zu ermitteln, wie sie sich in dem häufigen Wechsel des Detritus, nach Korn und Beschaffenheit, ausprägt. Ein klares, allgemeingeologisch verwertbares Ergebnis hat aber bisher die Forschung nicht erzielt. ...