Original paper

Zur Stratigraphie der sog. Chirotherienschichten in Franken.

Kirchner, Hch.

Kurzfassung

In einigen Gegenden Deutschlands kommen im Buntsandstein Fußstapfen eines im übrigen nicht näher bekannten Reptils vor. Erstmals wurden sie 1833 bei Hildburghausen von Barth und Sickler beobachtet. Wegen der großen Ähnlichkeit der fünfzehigen Spuren mit Händen nannte Kaup das Tier, das diese Fährten hinterlassen hatte, Chirotherium, Handtier. Es dauerte nicht allzu lange, da fand man auch im fränkischen Buntsandstein Fährten. 1841 sandte Pfarrer Vorbach zwei Fährten von Aura bei Bad Kissingen an die Unterfränkische Kreisregierung, die sie dem ,Mineralogischen Cabinet" der Universität Würzburg überwies. Von besonderer Bedeutung, insbesondere für die Stratigraphie der Chirotherienschichten in Franken, ist das Jahr 1867. In diesem Jahre erschienen zwei Abhandlungen, eine von Zelger, eine andere von Sandberger, welche das Vorkommen von Fährten im Buntsandstein der weiteren Umgebung von Würzburg erwähnen, und zwar in ,einem ziemlich grobkörnigen, weißen oder hell fleischroten Sandstein, auf den Schichtungsflächen mit grünem Letten überzogen und oben mit Austrocknungsrissen (Leistennetzen)". Weiterhin gibt Sandberger an, daß diese Bank ,in der ganzen Gegend von Würzburg die unmittelbare Unterlage des eigentlichen Röts" bilde, er habe sie auch früher von Veitshöchheim erwähnt, dort hätte er allerdings noch keine Fußstapfen beobachtet. Ferner ist von Interesse, daß bei Erlabrunn ,in tieferem roten glimmerigen Sandstein ein fährtenähnlicher Abdruck" gefunden worden sei. Sandberger hielt damals und auch noch im Jahre 1882 den Fährtenhorizont von Gambach für äquivalent mit dem von Kissingen bzw. Aura, der dem thüringischen Horizont angehört, sicherlich geleitet von der großen Ähnlichkeit der beiden Schichten. ...