Original paper

Die Diploporen der deutschen Trias und die Frage der Gleichsetzung der deutschen und alpinen Triasstufen

Pia, Julius

Kurzfassung

Vieljährige Untersuchungen in den Ostalpen haben mir gezeigt, daß die Dasycladaceae, Siphoneae verticillatae oder - wie der Aufnahmsgeologe die triadischen Formen am liebsten nennt - die Diploporen hier zu den besten Leitfossilien gehören. Sie gestatten nicht nur die Stufen sicher zu trennen, sondern in manchen Fällen auch sie noch weiter unterzuteilen. Es lag der Gedanke nahe, daß es möglich sein könnte, aus diesen Versteinerungen mehr als bisher Nutzen für den Vergleich der deutschen und der alpinen Trias zu ziehen. Doch stieß ich beim Durcharbeiten dieser Fragengruppe auf außerordentliche Schwierigkeiten und Widersprüche, die ich bisher nicht lösen konnte, weil es mir an Material und an der Möglichkeit, die entscheidenden Profile selbst zu begehen, gemangelt hat. Mein Vortrag hat den Zweck, diese Schwierigkeiten darzulegen und alle, die Beziehungen zu dem Gegenstand haben, um Rat und Unterstützung zu bitten. Um den richtigen Standpunkt zu gewinnen, wird es notwendig sein, die wichtigeren paläontologischen Behelfe, über die wir für den Vergleich der alpinen und der germanischen Trias verfügen, kurz zu überblicken. Brachiopoda. Die meisten sind langlebig und für eine genauere Zeitbestimmung nicht geeignet. Allerdings gibt es unter ihnen auch einige ganz gute Leitfossilien. So wies Bittner scheinbar mit Recht wiederholt darauf hin, daß Rhynchonella trinodosi dem unteren Teil der anisischen Stufe fehlt, im oberen dagegen sehr verbreitet ist. Doch scheint diese Art im außeralpinen Gebiet nicht vorzukommen. Dagegen finden wir auch hier die Rhynchonella decurtata, die in den Alpen vielfach als Zonenfossil der mittleren anisischen Stufe angesehen wird. In Schlesien gilt sie als eine Leitform des oberen Wellenkalkes und geht nach Assmann von den Gorasdzer Schichten bis in den Diploporendolomit. ...