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Die mitteldevonischen Konglomerate des Schwarzbachtales bei Ratingen und ihre stratigraphische Bedeutung.

Breddin, H.

Kurzfassung

Die eigenartigen Konglomerate im Mitteldevon von Ratingen bei Düsseldorf sind in der Literatur bisher kaum beachtet worden. Und doch verdienen sie eine eingehendere Behandlung, denn eine solche Anhäufung grober Geröllmassen in devonischen Schichten steht im ganzen Rheinischen Schiefergebirge einzig da. Eine kleine Notiz über die Ratinger Konglomerate findet sich in V. Dechens großem Werk; später ist W. Paeckelmann noch einmal ganz kurz auf sie zurückgekommen. Von Dechen faßte die Konglomerate als Einlagerungen im Lenneschiefer auf, da er die kalkigen Schiefer im Kern des Velberter Sattels, in deren Nachbarschaft die Konglomerate auftreten, noch für Lenneschiefer hielt. Paeckelmann wies dann später nach, daß diese Schichten ins untere Oberdevon, in seinen Flinzschieferhorizont zu stellen seien. Über das Alter der Konglomeratschichten sagt Paeckelmann nur, daß sie ,vielleicht den ,Brandenberg'-Schichten entsprechen, die Denckmann im Sauerlande für die oberen ,Älteren Lenneschiefer' aufstellte". Es gibt bei Ratingen zwei Horizonte, in denen Konglomerate vorkommen. Von dem oberen, der ins Oberdevon zu stellen ist und durch eine mächtige geröllfreie Schieferserie von den mitteldevonischen Konglomeratschichten getrennt wird, soll in dieser Arbeit nicht die Rede sein. Nur auf die untere, viel bedeutendere Konglomeratzone sei näher eingegangen. Ihr Vorkommen beschränkt sich auf ein ganz kleines Gebiet südsüdöstlich der Stadt Ratingen, wo sie ausschließlich an den Hängen des Schwarzbachtales und zweien seiner Nebentälchen verbreitet ist, die von Südosten kommend bei den Gehöften Nocken und Hahnerhof sich mit ihm vereinigen. Die Gegend ist im großen und ganzen eine flachwellige Hochfläche, in die sich die Täler bis etwa 50 m tief eingeschnitten haben. Eine mächtige Lößdecke breitet sich auf ihr aus und verhüllt die marinen Feinsande des mittleren Oligocän, die auf dem Grundgebirge diskordant aufliegen, und die Reste von Schottern alter Rheinterrassen, die die Plateauberge krönen. ...