Original paper

Ein biostratigraphischer Vergleich der Arietenschichten Württembergs und Nordwestdeutschlands

Fiege, K.

Kurzfassung

Auf Grund von stratigraphisch einwandfrei gesammeltem Material in einer großen Anzahl von Fundpunkten in dem Gebiet zwischen Neuhaus und Ellwangen in Württemberg und zwischen dem Helmstedter Liaszuge und Osnabrück in Nordwestdeutschland war die nachfolgende Zonengliederung auf Grund des Auftretens, Mutierens und Verschwindens der in dem untersuchten Anteil des epikontinentalen Liasmeeres vorkommenden Arieten festzulegen. Ohne hier auf paläontologische Einzelheiten einzugehen, müssen doch einige für allgemein-stratigraphische Fragen interessante Ergebnisse herausgehoben werden. Ganz allgemein konnte festgestellt werden, daß im gleichen Lager vorkommende Formen eine mehr oder minder bedeutende Variationsbreite aufweisen. Die einzelnen, in einem oder mehreren Charaktern variierenden Individuen konnten zwanglos zu einer natürlichen Einheit, der paläontologischen Art zusammengefaßt werden. Der allgemeinste variable Charakter ist in dem bald höheren, bald breiteren Windungsquerschnitt gegeben. Zugleich besitzen niedrigmündige Formen gröbere, weiterstehende Rippen, hochmündigere Formen feinere, enger stehende Rippen. Ferner variiert der Richtungsverlauf der Rippen: Radiale Rippen treten neben protrakten auf, beide Ausbildungsformen können an einem Individuum beobachtet werden; auch die retrokostate Rippenbildung ist ein Varietätscharakter, der besonders bei Ar. semicostatus, Bucklandi, rotiformis auftritt. Dieser Rippentyp wurde früher als Artmerkmal angesehen (Ar. ,obliquecostatus"). Auch die Verschmelzung je zweier Rippen an der Externseite jugendlicher Windungen ist ein variables Merkmal, das sich besonders bei Ar. Bucklandi, rotiformis, spiratissimus findet. Es ist das eine Ausbildungsform, die als Ar. ,sinemuriensis" bezeichnet wurde. Im gleichen Maße variiert die Lobenlinie. ...