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Über Süßwasserdolomite.

Klähn, Hans

Kurzfassung

Das Problem der Süßwasserdolomitgenese enthält viele Einzelprobleme, welche im Gegensatz zur Frage der Entstehung der marinen Dolomite noch nicht erörtert wurden, wenn sich auch in der Literatur Angaben über Süßwasserdolomite (Leube: Dächingen, Fischer: Garbenteich, Gümbel, Schowalter, Nathan: Ries, Haushofer, Klähn: Steinheimer Becken) und ihre Zusammensetzung finden. Der Hauptunterschied, welcher zwischen der Genese der Marin- und Süßwasserdolomite bestehen muß, liegt vor allem in der verschiedenen Zusammensetzung der Salz- und Süßwässer. In den ersteren tritt das Mg vor allem als Chlorid und Sulfat, in den letzteren als Karbonat auf. In diesem Vortrag, welcher sich ausschließlich mit Süßwasserdolomiten beschäftigt, kann nur ein Arbeitsprogramm, welches z. Teil bereits durchgeführt ist, gegeben werden. 1. Welche Zusammensetzung haben Wasser im Dolomitgebiet? Hier kommen Quellwässer in Frage, welche im Dolomitgebiet von Streitberg in Franken entspringen. Einige Analysen bringt bereits V. Gorup-Besanez. a) Ein Wasser, welches nur mit Dolomit in Berührung kommt (Brunnsteinhöhle bei Streitberg), löst Ca CO3 und Mg CO3 im Verhältnis 43 : 57, Kohlensäure = O. b) Wässer, welche mit Dolomit und Kalk in Berührung kommen (verschiedene Quellen bei Streitberg) lösen Ca CO3 und Mg CO3 im Verhältnis 58 bis 74 : 42 bis 26. Da im Dolomit das Verhältnis Ca CO3 : Mg CO3 = 57 : 43 besteht, da andererseits nur ein Wasser eine ganz ähnliche Zusammensetzung wie dieser besitzt, so müssen die Wässer beim Durchtropfen durch das Gestein, welches aus Kalk und Dolomit besteht, starke Veränderungen in ihrer Zusammensetzung erleiden, welche aber nicht ganz einfacher Natur sind, namentlich wenn man bedenkt, daß gerade das Wasser, welches sich der Dolomitzusammensetzung am meisten nähert, mit Kalk in Berührung kommt. ...