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Ein neuer Aufschluß des Württembergischen Statistischen Landesamts im Steinheimer Becken

Kranz, W.

Kurzfassung

Als erster hatte 1923 Alfr. Bentz den Gedanken veröffentlicht, daß im Knill-Höhenrücken eine Überschiebung liege: ,Auf ungestörtem Plattenkalk liegt höchst gestörtes Griesmaterial". Er glaubte daher, ,daß alles vergrieste Material nicht anstehend ist, sondern eine mehr oder minder große Ortsbewegung erlitten hat". Denselben Gedanken sprach mir gegenüber H. Reck aus, als er während meiner Kartierung 1923 das Steinheimer Becken besuchte, und auf Grund dieser Kartierung nahm ich gleichfalls an, ,daß in den südlichen Gehängen des Birkel und Knill zerborstene Schollen von Weiß-Jura- aus dem Becken schräg von unten her auf die Plattenkalke des Untergrundes überschoben wurden". Ich wagte dies aber nicht mit Sicherheit zu behaupten, unterschied deshalb auch auf meiner geologischen Spezialkarte des Steinheimer Beckens nicht ausdrücklich zwischen ,Verwerfung bzw. Überschiebung" und verzichtete auf die Beigabe eines neuen Längsschnitts zur genannten Karte. Anläßlich der Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft benutzte ich die günstige Gelegenheit, daß die Herren Forstmeister Dr. Rau, Heidenheim, und Hofmann, Steinheim, billige und zuverlässige Arbeitskräfte stellen und die Aufschlußarbeiten überwachen konnten, um an einer schon 1923 in Aussicht genommenen Stelle in der Ödfläche des Knill-Südhangs die vermutete Störung durch Grabung freizulegen. Die Mittel dazu erwirkte mir Herr Prof. Dr. Bräuhäuser aus dem Haushalt der Geol. Abteilung beim Württ. Statistischen Landesamt. ...