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Die Gegend von Weilderstadt

Schmidt, Axel

Kurzfassung

Von Calw und Stuttgart kommend, trafen sich die Teilnehmer in dem großen Steinbruch unmittelbar bei der Haltestelle Malmsheim und sammelten zunächst in dem dort für Schotter abgebauten unteren Teil der Nodosuskalke. In der Sohle des Steinbruchs steht nämlich die letzte, ziemlich mächtige trochitenführende Bank des Trochitenkalkes an, etwa 1 m über Schienenoberkante. Dann stieg man auf der alten Straße nach Weilderstadt auf den Scheitel des Mühlberges und hatte nach N schauend, einen guten Überblick über das breite Würmtal zwischen Weilderstadt und Merklingen und weiter über das ,Schlehen- oder Heckengäu", die unruhig-kuppige Hauptmuschelkalklandschaft des Vorschwarzwaldes mit ihren schlehenbewachsenen Steinriegeln. Dann ging man, scharf links abbiegend, einen Feldweg nach S und bog in den zweiten, links abzweigenden Feldweg ein, vorüber an zwei kleineren Aufschlüßen in den eben genauer besichtigten Nodosusschichten. Der rostbraune Verwitterungsboden der Felder belehrte, daß man in höhere Schichten, in den Trigonodusdolomit gekommen war. Plötzlich stand man vor einem abwärts ins Rankbachtal führenden Hohlweg, dessen Wände die lückenlose Schichtenfolge der ,bunten Mergel", des Schilfsandsteins und des oberen Gipskeupers zeigten. Am oberen Ende des Hohlweges geht eine Verwerfung, NW-SO streichend, von mindestens 120 m Sprunghöhe hindurch. Nachdem noch auf die vorzüglich zu beobachtende und deutliche Schichtenschleppung an der Störung aufmerksam gemacht war, begab man sich zur Haltestelle Malmsheim zurück und fuhr um 91/2 Uhr nach Weilderstadt und ging über die Eisenbahnüberführung auf der Möttlinger Straße auf die Höhe des Galgenberges, wo in einem Steinbruch in den dort anstehenden Trochitenkalken fünf Taschen, mit Bohnerzlehm erfüllt, durch den Steinbruchbetrieb angeschnitten waren. In dem ± verkitteten Lehm steckten Bohnerzkügelchen von Erbsen- bis Haselnußgröße. ...