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Umgebung von Wildbad

Regelmann

Kurzfassung

11. August: Mit Kraftwagen von Calw über Hirsau, Oberreichenbach nach Wildbad. Besichtigung des Klosters Hirsau. Im Schweinbachtal wurde die vom Führer dort ausgeschiedene ,Blockterrasse" gezeigt. Es sind Aufschüttungen aus großen bis riesigen Buntsandsteinblöcken, die sich teils als Längsterrassen an dem meist etwa drei Meter in sie eingetieften Bach hinziehen, teils sich ,endmoränenähnlich" quer über das Tal legen. In der lebhaften Diskussion wurde die Deutung von Herrn Kessler-Tübingen anerkannt, der in ihnen durch junge Erosion zerschnittene Reste eiszeitlicher Fließerden sieht. Im Distrikt Weckenhardt bei Oberreichenbach wurden in den Abteilungen Lachenmiß und Bonnetswald ,Klebsandbildungen" vorgezeigt und die Eigentümlichkeiten und Eigenschaften dieser Podsolböden sowie ihre Entstehungsgeschichte an der Hand von zahlreichen Pnobegruben durchgesprochen. (Eingehender Bericht folgt später.) In Wildbad Erklärung der beiden einzigen Aufschlüsse in der Nähe des Thermalgebietes (unterster Buntsandstein: von seinen untersten, tonigen Lagen ab mit seiner Wechsellagerung von reineren Sandsteinen, Karbonatsandsteinen und Tonlagen; Granit: mit der sehr bezeichnenden Zerreißungszone im Badgebiet. In der Empfangshalle des König-Karl-Bads begrüßte Herr Medizinalrat Dr. Schober namens der staatlichen Badverwaltung Wildbad. Herr Regelmann gab eine Übersicht über den geologischen Bau des Badgebiets (Granit Örtlich überlagert von Rotliegendem), zeigte aber auch auf, was noch zu einer erschöpfenden Kenntnis der geologischen Verhältnisse im Wildbader Thermalgebiet fehlt. Er besprach die ursprünglichen Quellenaustritte im Granit östlich der Enz, die erste Bohrperiode (1838-1852), die Thermalwasser ebenfalls auf der Ostseite der Enz erbohrte, den Versuch und den Erfolg der zweiten Bohrperiode (1863-1865), die auch westlich der Enz Thermalwasser erschloß und wies auf den innigen Zusammenhang beider Quellgebiete hin. ...