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Das Cannstatter Diluvium

Bräuhäuser, M.; Berckhemer, F.

Kurzfassung

Unter zahlreicher Beteiligung erfolgte vom Hauptbahnhof Cannstatt der Abmarsch zu den bei Gelegenheit der Durchbruchsarbeiten für die neue Friedrichstraße und Lazarettstraße in Cannstatt geschaffenen Aufschlüssen. Der Zugang wird von der Karlsstraße her genommen, wo gleich vorn die Terrassenschotter zu harten Konglomeratbänken verbacken anstehen. Die Schotter sind in der Mitte des Durchbruches bis zu 3 m Mächtigkeit erschlossen. Als bemerkenswerte Bestandteile der Schotter fallen durch ihre Farbe rote Buntsandsteingerölle auf; Fossilfunde sind bisher daraus nicht bekannt geworden. Nahe dem Beginn des Durchbruchs zeigt die Südwand über dem Terrassenschotter zunächst 1/2 m grünlich-grauen feinsandigen, kalkigen ,Mammutlehm", dann eine Travertinbank von etwa 20 cm Dicke, hierauf wieder 25-30 cm lockeres Material von ähnlicher Art wie das unter der Travertinbank liegende. Es folgt eine etwa 70 cm mächtige weitere Travertinbank, in der die Exkursionsteilnehmer die Reste eines Pferdegebisses beobachten konnten (der Hauptteil des Fundes wurde von der Staatlichen Naturaliensammlung geborgen); darüber liegen wieder 25 cm Lehm mit Schnecken und schließlich 90 cm Travertin mit noch einem tonigen Band in der Mitte. Das Hangende wird von etwa 3/4 m braunem Lehm gebildet. Dieselbe Wand ergab im vergangenen Jahr am östlichen Ende einen Backenzahn von Elephas primigenius im unteren Teil des obersten, zwischen Travertin liegenden tonig-sandigen Bandes. Stellenweise wurden in dem ,Mammutlehm" auch zahlreiche Schnecken beobachtet. Einen ähnlichen Wechsel von lockeren tonigsandigen Lagern mit Travertinbänken bot die gegenwärtige Ostwand des Durchbruches, die an der Stelle steht, wo einmal die Friedrichstraße und die Lazarettstraße zusammentreffen werden. ...