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Südalb

Hennig, E.

Kurzfassung

Früh 7 Uhr mit der Bahn nach Niedernau im Neckartal. Am Bande eines größeren Kohlensäurequellengebiets wurde mittlerer und hernach oberer Muschelkalk in südwürttembergischer Fazies gezeigt. Eine römische Wasserleitung dient mit ihrem heut ganz unregelmäßigen, z. T. verkehrten Gefälle als geologische Libelle und erweist jüngste Sackungen des allmählich ausgelaugten Untergrunds im Anhydritgebirge. Wo der mittlere Muschelkalk unter die Talsohle einsticht, tritt eine zwischen 180 und 1000 sek./l schüttende ,Blautopf"-Stauquelle aus und treibt alsbald zwei Mühlen. Weitere Parallelen zwischen Hauptmuschelkalk und Weißjura (besonders beta) sind: Bankung, Karsterscheinungen, Mäandertäler, Übergehen nach oben in Dolomite. Man studierte die sich zwischen völlig sterilen Partien mehrfach wiederholenden und scharf abgegrenzten Schilllagen. In der Basis des Bruches Trochitenkalk, Hauptmasse Nodosus-Zone. Am unteren Ende setzen Störungen ein, die bis Rottenburg eine mehrfache Staffelung, z. T. mit deutlichster Schrägstellung der Schollen zeigen und insgesamt die Wirkung einer Flexur an sprödem Material vor Augen führen: Der mächtige Bau von Muschelkalk samt der im Hangenden erscheinenden ,Dolomitischen Region" (Fazies-, nicht Zonenbegriff) verschwindet innerhalb Rottenburgs auf kürzeste Entfernung unter dem Talboden; die weicheren Lettenkohle- und Keuperlagen gelangen ...