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Heidenheim-Steinheimer Becken

Berckhemer, F.; Kranz, W.; Rau, K.

Kurzfassung

15. August, vormittags, unter Führung von F. Berckhemer: Von Heidenheim a. Brenz Aufstieg zum Panorama weg beim Gasthaus zum Felsen; dort Aufschlüsse im dichten Felsenkalk. Eine kurze Strecke nördlich, nahe der Einmündung des Panoramawegs in die Ziegelstraße gebankte Kalke und Mergel mit Spongien, Bryozoen, Echinodermen, Brachiopoden, den Beginn der tonreicheren Zeta-Sedimentation bezeichnend (Randfazies der Massenkalke, vgl. Begleitworte zu Blatt Heidenheim 1924, S. 18). Über Panoramaweg zurück und durch das Wäldchen empor zum Gelände der Schützengesellschaft. Blick auf das Brenztal mit den Zetamulden von Heidenheim, Mergelstetten und Schnaitheim sowie auf die Oolithvorkommen von Heidenheim und Schnaitheim. Erläuterung der Talgeschichte des Brenzlaufes durch Reg.-Rat Dr. R. Lotze (Eroberung des Brenzoberlaufs durch den dem Neckar zufließenden Kocher, Flußschlingen, Umlaufberge in verschiedenen Stadien der Entwicklung. Gang zu dem im Brenztaloolith angelegten Steinbruch von Traber am Hahnenschnabel. Einschlüsse von Zetakalk im Oolith, Schichtflächen vielfach mit den Ausfüllungen von Bohrgängen bedeckt, Schrägschichtung. Am Grund einer in die obere Sohle des Steinbruches eingelassenen Grube von 8-9 m Tiefe wurde aus Anlaß des Besuches der ,Deutschen Geologischen Gesellschaft" das hier bisher unbekannte Liegende des Oolith erbohrt. Es fand sich in der Hauptsache mergeliges Zetagestein; nachfolgende Grabung ergab unter dem Oolith, der als ,rauher Stein" noch die Sohle der Grube bildet, bis zu etwa 40 cm Tiefe Mergel mit Knauern von Schwammkalk, darunter bis zu 1 m Tiefe gelblich-braune Mergel mit gelegentlichen Echinodermenresten und Brachiopoden, bis 3 m Tiefe bläuliche Mergel, zu unterst stärker kalkig. Die Mächtigkeit des Brenztaloolith beträgt an dieser Stelle etwa 34 m, wobei das Ausmaß der Abtragung an der Oberkante unbekannt ist. Die untere (südliche) Sohle des Bruches liegt etwa 15 m tiefer als die obere (nördliche), und der Oolith geht von da aus wenigstens noch 4-5 m in die Tiefe. Die Untergrenze des Oolith würde hier somit etwa 10 m tiefer liegen als in dem Gebiet der oberen Bruchsohle. ...