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Nördlinger Ries.

Bentz, Alfred

Kurzfassung

a) Gebiet des westlichen Riesrandes (Lauchheimer Tunnel-Sigart-Ipf-Bopfingen, Goldberg-Heerhof-Kapf-Ringlesmühle-Altenbürg-Nördlingen) Am Westeingang des Lauchheimer Tunnels ist der große Aufschluß in der ,Bunten Brekzie" sehr zerfallen, so daß Einzelheiten nicht mehr erkannt werden können. Dagegen ist am Osteingang die Schlifffläche auf den Weißjura-beta-Kalken sehr schön zu beobachten. Die Kritzung verläuft in der Hauptsache in der Richtung O-W, doch ist ein schief dazu verlaufendes System vorhanden, das - stets viel schwächer ausgebildet - auf sekundäre seitliche Bewegungsvorgänge zurückgeführt wird. Eine Verfolgung des Abbruches der Weißjura-beta-Kalke gegen die ,Bunte Brekzie" ergab, daß die unteren Kalkbänke weiter nach W zu verlaufen, daß also die Begrenzungsfläche Kalk/Bunte Brekzie ziemlich flach nach W einfällt. Eine eindeutige Klärung der Natur dieser Fläche (ob Talflanke [Kranz], Trichterrand eines örtlichen Aufbruches [Moos] oder junge Verwerfung [Bentz]) ist jedoch erst nach weiteren Grabungen möglich. Eine örtliche Entstehung der Lauchheimer Bunten Brekzie ,auf einer Albvorterrasse des Malm beta/ " (Moos, a.a.O. S. 231) ist m. E. schon wegen des Auftretens von Gesteinen von Malm und in derselben unmöglich. Griese aus Malm und besonders spielen nur im südlichen Ries und Vorries eine beherrschende Rolle, treten dagegen im N und NW sehr zurück, was damit zusammenhängen dürfte, daß in den diesen Gebieten benachbarten Teilen des Rieskessels im Präsarmatikum Malm und bereits weitgehend durch die Erosion zerstört waren. Auf dem Weg zu den Kahlhöfen (Aufschluß in Dogger ) und weiterhin auf dem Rothfeld zum Sigart gibt sich mehrfach Gelegenheit, auf die vorobermiocäne Tektonik hinzuweisen. ...