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Die neuentdeckten Platinfelder im mittleren Transvaal und ihre wirtschaftliche Bedeutung

Merensky, Hans

Kurzfassung

Der größere mittlere Teil Transvaals - das Bushveld wird von einer gewaltigen Masse von Eruptivgesteinen eingenommen, die eine ovale Form hat mit einer Ausdehnung von rund 400 km von West nach Ost und 250 km von Süd nach Nord und mit einem Flächenraum von etwa 80 000 qkm. Der Eruptivkörper, der allgemein als Bushveld Igneous Complex bekannt ist, wird in seinem äußersten und untersten Teil von Noriten und ultrabasischen Gesteinen gebildet und in seinem inneren und oberen Teil von rotem Bushveldgranit. Der Granit stellt die letzte Intrusionsphase dar. Die Eruptivmassen sind intrusiv in den Schichten des Transvaalsystems und in dem untersten Teil der Waterbergformation, deren Gesteine z. T. stark metamorphosiert wurden. In der Eruptivmasse sind durch Differentiation nicht nur Bankung, sondern oft so feinschichtige Absonderungen entstanden, daß sich die Norite wie wohlgeschichtete Sedimente verhalten, wobei ihre scheinbare Schichtung mit dem Streichen und Fallen der unterliegenden Sedimente fast übereinstimmt mit flachem konzentrischen Fallen nach der Mitte des Bushvelds hin. (Vgl. Abb. 1.) Im allgemeinen kann die Noritzone als eine gewaltige schüsseiförmige Decke oder Lopolith bezeichnet werden, die bis zu 6 km mächtig wird. Jüngere Formationen bedecken Areale des Eruptivkomplexes, ihn scheinbar in einzelne Abschnitte teilend. Der Noritkranz wird dadurch in drei Stücke zerlegt, von denen das östliche im Lydenburg-, das westliche im Rustenburg- und ein kleines nördliches im Potgietersrust-Distrikt liegen. Seit langer Zeit waren ausgedehnte Vorkommen von Chromit im Lydenburg- und Rustenburg-Distrikt bekannt und im letzteren kleine Vorkommen von Nickelerzen. Ein geringer Gehalt von Platinmetallen war in beiden Erzvorkommen nachgewiesen, ohne daß seine Feststellung zu praktischen Resultaten geführt hätte. ...