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Der geologische Bau und die Phosphatlager des östlichen Curaçao

Keilhack, K.

Kurzfassung

Bei einer im ersten Drittel dieses Jahres ausgeführten Studienreise nach Südamerika und Westindien hatte ich Gelegenheit, während eines fast 14tägigen Aufenthaltes in Curaçao, von welchem zehn Tage auf das wenig bekannte und fast unbewohnte Ostende der Insel entfielen, mich mit dem geologischen Bau dieses Teiles der Insel und mit der wichtigen, dort auftretenden Phosphatlagerstätte vertraut zu machen. Es gibt von Curaçao eine von K. Martin aufgenommene geologische Karte im Maßstabe 1 : 150 000, die im Jahrgang 1887 der Tijdschrift van het Nederlandsche aardrijkskundig Genootschap mit Profilen und einem kurzen Text veröffentlicht ist. Ausführlichere Mitteilungen finden sich von demselben Verfasser in der im gleichen Jahre im Verlage von P. J. Brill in Leiden erschienenen Abhandlung: ,Geologische Studien über Niederländisch-Westindien auf Grund eigener Untersuchungsreisen". Die Karte Martins zeigt in dem mir genauer bekannt gewordenen Osten der Insel einige unzutreffende Darstellungen. Der Grund dürfte einmal in der mangelhaften topographischen Kartenunterlage liegen, die Martin zu Gebote stand, sodann in der Schwerzugänglichkeit und Unbewohntheit dieses Teiles der Insel. In beiden Punkten hatte ich es erheblich besser; erstens stand mir eine neue ausgezeichnete topographische Karte 1 : 20 000 mit Schichtlinien von 5 : 5 bzw. von 10 : 10 m zur Verfügung, die ich durch freundliche Vermittlung des Kollegen Steenhuis noch am letzten Tage vor der Ausreise in Antwerpen erhielt; und zweitens hatte ich in dem Dampfer ,Mimi Horn", der zehn Tage in dem kleinen Hafen Newport zum Phosphatladen lag, einen ausgezeichneten Stützpunkt für Wanderungen im Osten der Insel, in welchem sich nur eine einzige, von Negern bewirtschaftete Farm Fuik befindet. Dazu kommt als dritter Vorteil, daß es heute möglich ist, mit Hilfe des Autos rasch auch in entlegenere Teile der Insel zu kommen. ...