Original paper

Über Fährten ornithopodider Saurier im Oberkirchener Sandstein.

Dietrich, W. O.

Kurzfassung

Dank dem großen Entgegenkommen der Herren F. C. H. Heye und J. F. Pompeckj und dank den Vorbereitungen, die Herr Direktor Moevius liebenswürdigst traf, war es mir vergönnt, im Wealdensandstein des Schauensteins am Bückeberg bei Oberakirchen (Meßtischblatt Bückeburg 2017) einen Fährtenboden von etwa 100 m2 aufzudecken und zu untersuchen. Der kleine, zwischen 200 und 210 m NN über der Glasfabrik Heye, Besitzer F. C. H. Heye, gelegene Steinbruch erschließt eine etwa 12 m mächtige Folge dünner Sandsteinbänkchen bzw. linsenförmiger Sandsteinplatten von meist 10-20 cm Stärke, die in sich und zueinander Übergußschichtung und ebensolche geringmächtige bis feinste Zwischenmittel kohlig-glimmerigsandigen Wealdenschiefers zeigen. Ein unabbauwürdiges, schwaches Kohlenflöz (,Kohlenblüte"), das oberste der Obernkirchener Flözgruppe, findet sich im Hangenden. Bergwärts gehen die dünnen, meist unreinen, mit Kohlenhäcksel, Markasit- bzw. Brauneisensteinröhren und -zapfen durchsetzten Sandsteinplatten in den bekannten Obernkirchener Werkstein über; sie fallen ganz schwach nach NW ein. Mindestens drei, durch einige Meter Sandstein getrennte, Fährtenhorizonte sind in unserem Bruch vorhanden, wovon Juni 1926 der oberste in der SO-Ecke freigelegt war. Hunderte von Fußstapfen bzw. Relieffährten sind hier schon zutage gekommen; die schönsten sind im Schauensteiner Museum vortrefflich ausgestellt. Abb. 1 zeigt besser als viel Worte, was an Fährten auf der kleinen Fläche vorhanden war. Es sind die Fährten selbst gezeichnet, z. T. allerdings nachgebessert nach ihren Ausgüssen. Die Abstände sind auf 20-30 cm genau, die Große der Stapfen auf einige Zentimeter; nur die Fährten a-f sind nach den gewonnenen Fährtenreliefplatten nachträglich genau gezeichnet. Obwohl sehr vergängliche Gebilde aus bröckeligem Tonschiefer, die sich nicht wie ihre Sandsteinausgüsse gewinnen ließen, konnte man doch beim Aufdecken die starke Abhängigkeit der Hohlformen von der Bodenbeschaffenheit ohne weiteres erkennen. ...