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Das Rotliegende der nordwestsächsischen Mulde unter Berücksichtigung der Tiefbohrungsergebnisse von Saalhausen-Kreischa.

Wettig, Erich

Kurzfassung

Den Anlaß zu vorliegender Arbeit gab die Untersuchung eines kleinen Gebietes innerhalb der nordwestsächsischen Mulde: des Rotliegenden der Gegend von Oschatz-Saalhausen. Dort wurde im Jahre 1922 ein Bohrloch abgeteuft, um das Brandschiefervorkommen von Saalhausen in der Tiefe zu erforschen und die Frage des Auftretens von kohlenführenden Mittelrotliegendem zu klären. In Verbindung mit dieser Aufgabe soll eine zusammenfassende Betrachtung des Rotliegenden von Nordwestsachsen vorgenommen werden. Das bearbeitete nordwestsächsische rotliegende Eruptiv- und Sedimentärgebiet umgrenzt sich ungefähr wie folgt: Den Abschluß im Südosten bildet das Granulitgebirge mit seiner metamorphen Hülle und den an sie anschließenden altpaläozoischen Schichten. Im Osten kann man in dem Porphyrit auf Blatt Lommatzsch und dem Melaphyrvorkommen von Ganzig bei Oschatz die Grenze des Rotliegenden nach dieser Richtung erblicken. Nach Westen, Nordwesten und Norden dagegen ist eine genauere Begrenzung an Hand geologischer Merkmale nicht möglich, da die ausgedehnten Eruptivflächen unter der Bedeckung jüngerer Formationen, besonders des Tertiärs und Diluviums, verschwinden. Auf der topographischen Karte gibt die Linie Altenburg-Leipzig-Eilenburg-Riesa in großen Zügen den Umfang des Untersuchungsgebietes an. 1. Tektonik des nordwestsächsischen Rotliegenden und seines Untergrundes. a) Die Hauptlinien. Die tektonische Stellung des Untergrundes des Untersuchungsgebietes im geologischen Aufbau Sachsens ist gekennzeichnet durch die Bezeichnung nordwestsächsische Mulde. Ihre Anlage ist auf die Faltung des varistischen Gebirges zurückzuführen, was sich auch in der erzgebirgischen Streichrichtung erkennen läßt. Diese Mulde war im Rotliegenden das Feld großer vulkanischer Ergüsse. Während nach Südosten den Porphyrergüssen der Rotliegendzeit durch das Granulitgebirge Halt geboten wurde, überfluteten im Nordwesten die Eruptivmassen den nordsächsischen Sattel, der uns deshalb heute nur noch in drei, die Porphyrdecken überragenden Inseln, die aus untersilurischer Grauwacke bestehen, sichtbar wird. ...