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Bemerkungen zum Vortrage von Herrn Kauenhowen.

Fulda, E.

Kurzfassung

Der Herr Vortragende stützt sich bei seiner Vermutung, das Erdöl in Nordwestdeutschland stamme aus der Wealdenformation, unter anderem auf paläogeographische Gesichtspunkte. Derartige Beobachtungen lassen sich aber auch zur Begründung folgender Ansicht heranziehen. Nach meiner Vermutung, die allerdings vorläufig ebensowenig wie diejenige des Herrn Kauenhowen über den Wert einer Arbeitshypothese hinausgehen dürfte, lag in der Nachbarschaft von Hannover schon vor Beginn der Zechsteinzeit eine besonders tiefe Stelle des späteren Zechsteinbeckens, das damals noch ein tief unter den Meeresspiegel herabreichendes Wüstenland war. An dieser Stelle war vielleicht die Möglichkeit vorhanden, daß sich in einem Seebecken eine Fauna entwickelte, die infolge allmählicher Versalzung des Wassers später absterben mußte, wobei aber die Leichen durch das Salzwasser konserviert wurden und die Ausgangsstoffe für Erdöl bilden konnten. Das Erdölmutterlager, das man nach dieser Vermutung dem Oberrotliegenden zurechnen müßte, wurde nach Einbruch des Zechsteinmeeres durch den Kupferschiefer usw. bedeckt. Auf der in der Abb. 1 dargestellten Kaliverbreitungskarte ist durch eine strichpunktierte Linie das Verbreitungsgebiet der beiden Jüngeren Kalilager (Flöze Ronnenberg und Riedel) angegeben worden. Diese Bildungen sind wahrscheinlich nach dem Rückzug der eindunstenden Laugen zur tiefsten Stelle der Zechsteinsenke entstanden, deren Lage daher aus dem Vorkommen der Jüngeren Kalilager erkannt werden kann. Mitten in diesem Gebiet liegen aber die bekannten Erdölvorkommen, die sich an die Salzstöcke anschließen, welche auf der Karte (Abb. 1) mit den Nummern 26, 25, 15, 18 und 19 bezeichnet worden sind. Die Verbreitung des Erdöls im Gebiet der tiefsten Stelle der permischen Senke spricht daher für die Annahme der Entstehung im Oberrotliegenden. ...