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Bemerkung über ,Druckaufbereitung" - Zum Vortrage des Herrn Reich: Über Gesteinselastizität

Haarmann, Erich

Kurzfassung

Auf manche Folgerungen, die sich aus dem verschiedenplastischen Verhalten der Gesteine gegenüber Druck ergeben, hat der Vortragende schon hingewiesen. Besonders interessant waren die Konsequenzen gegen die Wegenersche Verschiebungstheorie. Diese Verhältnisse sind anderseits für mich eine wertvolle Bestätigung von Ansichten, zu denen ich auf ganz anderem Wege gekommen bin. Auf diese Grundfragen der Geologie, die mich seit langem besonders beschäftigen, will ich jedoch hier nicht eingehen, da das zu umfangreiche Darlegungen erfordern würde. Ich möchte vielmehr hinweisen auf andere Folgerungen, die sich aus Herrn Reichs Darlegungen ergeben. Es ist dies eine Erscheinung, die ich 1920 als ,Druckaufbereitung" bezeichnet habe), ein Vorgang, der von größter praktischer Bedeutung ist. Wenn ein Gesteinskomplex, der aus heteroplastischem Material besteht, unter Druck kommt, so fängt zuerst das Gestein, welches den kleinsten minimalen Fließdruck hat, an sich zu bewegen; dieses ist zuerst fähig dem Druck auszuweichen und sich dorthin zu bewegen, wo geringerer Druck herrscht. Es kann sich gewissermaßen in den ,Druckschatten" flüchten. Dadurch wird es da, wo es zuerst lag, teilweise oder ganz ausgequetscht und an anderen Stellen massig zusammengeballt. Solche Bewegungen die häufig mit Aufquellen des plastischeren Materials verbunden sind, können an Spalten vor sich gehen. Das Gestein steigt dann meist in stehenden oder wenig geneigten Falten empor, und die Verdickung des beweglichsten Materials findet in den Sattelköpfen statt. Paradigmatisch für diese Verhältnisse sind die niederdeutschen Salzstöcke und zwar sowohl diese selbst durch das Aufquellen des im Vergleich zum Nebengestein plastischen Salzgebirges, als auch in ihrer inneren Struktur. ...