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Neuere Erfahrungen über die Aufbewahrung und die Sammlung von Mikrofossilien.

Franke-Arnstadt, A.

Kurzfassung

Obgleich Geologie und Paläontologie im letzten Jahrzehnt sich eines zunehmenden Interesses erfreuen, ist das Studium der Mikrofossilien, der Foraminiferen und Ostrakoden, stark vernachlässigt worden. Das ist um so mehr auffällig, als es sich um reizvolle Kunstformen der Natur handelt und die Objekte besonders in Gegenden, wo Jura, Kreide oder Tertiär anstehen, leicht zu erlangen sind. Da sie ja in verschiedenen Perioden der Erdgeschichte gesteinsbildend waren, können sie auch über das Alter einer Schicht, besonders wenn größere Fossilien fehlen, eventuelle Aufschlüsse geben. In den Ölgebieten Amerikas haben sie deshalb eine große Bedeutung für die praktische Geologie erlangt, da man sie als Leitfossilien für die produktive Schicht oder ihr Hangendes und Liegendes benutzt, und Cushman hat für diesen Zweck in Sharon, Massachusetts, ein besonderes Laboratorium für Foraminiferenuntersuchung eingerichtet. Nach Chapman und Cushman waren die Foraminiferen hauptsächlich die Petroleum bildenden Organismen. Die Vernachlässigung des Studiums der Mikrofossilien bei uns hat ihren Grund in dem noch angewandten veralteten Sammelwesen und der zerstreuten und schwer zu beschaffenden Literatur. Meist bewahrt man die Schälchen wie andere kleine Fossilien in Glasröhrchen auf. Betrachtet man die Objekte von außen, so stört die durch die gekrümmte Glaswand hervorgerufene Lichtbrechung. Man ist gezwungen, die Objekte herauszunehmen, was bei der Arbeit lästig ist und oft zum Verlust der Schälchen führt. Man ging dazu über, mikroskopische Präparate für durchscheinendes oder auffallendes Licht herzustellen. Durch das Einschlußmittel verschwinden feinere Strukturen und Mundöffnung und die gesamten äußeren Formen, werden der Beobachtung entzogen; wenn auch der innere Bau, besonders die Anordnung der Kammern, recht deutlich hervortritt. ...