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Das Profil des ,Schroeder-Stollen" bei Dörnten und seine Bedeutung für die Tektonik des Salzgitterer Höhenzuges.

Dahlgrün, Fritz

Kurzfassung

Zum Zwecke einer schnellen und einfachen Beförderung der Erze aus dem Dörntener Grubenrevier am Salzgitterer Höhenzug hat die Bergbauabteilung der Ilseder Hütte A.-G. von Döhren aus durch das Gebirge einen Stollen gebaut, der unten auf der 60-m-Sohle des Tiefbauschachtes Georg Friedrich bei Dörnten endigt. Das Mundloch des ,Schroeder-Stollen", wie er nach dem verdienstvollen Erforscher des nördlichen Harzvorlandes, dem Landesgeologen Geh. Bergrat Prof. Dr. H. Schroeder, genannt ist, liegt ungefähr 850 m südlich vom Dorfe Gr. Döhren bei 167,9 m über N. N., die Endigung am Schachtfüllort der 60-m-Sohle bei 169,045 m über N. N. Der Stollen ist 2206 m lang und wurde im Gegenortbetrieb vorgetrieben. Seine Breite beträgt 3,3 m, die Höhe 2,5 m. Mit den Arbeiten wurde im Herbst 1922 begonnen, und der genau stimmende Durchschlag erfolgte am 10. März 1925. Ich hatte Gelegenheit, die Aufschlüsse des Stollens im Herbst 1926 zu besuchen. Der Bergbauverwaltung der Ilseder Hütte, insbesondere Herrn Hüttendirektor Dr. ing. h. c. Bergmann, bin ich für die Überlassung von Plänen und anderem Material zu Dank verpflichtet, ebenso dem Betriebsführer der Grube, Herrn Lutter. Über die Lage des Stollens unterrichtet die Skizze der Abb. 1 (vgl. auch Blatt Goslar der Geologischen Spezialkarte, Lfg. 174). Die Dörntener Erzfelder liegen an der Südendigung des Salzgitterer Höhenzuges, da, wo im Kern des Sattels die letzten triadischen Schichten auftreten, und nach Süden hin nur noch Lias im Sattelkern vorhanden ist, über dessen verschiedenen Stufen die Unterkreide mit dem Eisenerzlager an der Basis transgrediert. Die Ausbildung der Triasschichten, vor allem Muschelkalk und Keuper, ist auf dem Ostflügel des Sattels vollständiger, während der Westflügel an einer Verwerfung abgesunken ist, so daß hier nur Lias auftritt. Der Stollen durchquert die Kernzone des Sattels querschlägig vom Erzlager des Westflügels zu dem des Ostflügels. ...