Original paper

Über Äquivalente der Wettiner Schichten im Thüringer Walde

Gothan, W.

Kurzfassung

Im Jahrb. d. Fr. Geol. Landesanst. für 1927, 48, S. 371, hatte ich schon im Anhang zu einem Aufsatz mit Herrn Schriel auf solche Äquivalente hingewiesen. Ich wiederhole hier im wesentlichen das dort Gesagte und gebe dazu einige vollständigere Bemerkungen. Auf das Vorkommen hatte ich schon einmal in den ,Leitfossilien" aufmerksam gemacht (1923). Es ist das alte kohlenführende Rotliegende von Öhrenkammer bei Ruhla, das schon Schlotheim und Goethe kannten und aus dem der größte Teil von Schlotheims Originalen zu den 1804 erschienenen ,Merkwürdigen Kräuterabdrücken" und später zur ,Petrefaktenkunde" (1820) stammt, wo diese Pflanzenfossilien wissenschaftliche Bezeichnungen nach der binären Nomenklatur erhielten. Nebenbei bemerkt hat Schlotheim dabei einen hervorragenden Formensinn bekundet, denn viele der in diesem Werk schon vor Brongniakt und Sternberg abgebildeten und erstmalig wissenschaftlich nach brauchbaren Gesichtspunkten behandelten Arten sind noch heute im Gebrauch, und ihre Priorität ist z. T. erst ziemlich spät von Zeiller, Potonié und mir selber ausgegraben worden. Beyschlag und Potonié stellen diese Ablagerung ins Untere Rotliegende (Gehren. Sch.). Bei der Neuordnung der paläobotanischen Sammlung nach dem Kriege bekam ich die ganzen Thüringer Rotliegendpflanzen wieder in die Hände. Ich bemerkte zunächst bei denen von Öhrenkammer eine Abweichung von allen andern Fundorten mit Pflanzen aus dem ,Rotliegenden" Thüringens, insofern dieser Fundort allein eine Wiederholung der echten Wettiner Flora, also einer stefanischen, darstellt und zwar gerade mit den charakteristischen Leitarten, die an ändern Fundorten Thüringens nicht vorkommen. ...