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Molasse und Alpen.

Richter, Max

Kurzfassung

In neuerer Zeit sind eine Reihe von Arbeiten erschienen, die sich der durch recht lange Zeiten hindurch vernachlässigten Molasse am Nordrand der Alpen widmen. Eine große Zahl von Problemen wurde dadurch angeschnitten, doch die Antwort auf viele Fragen scheint einstweilen noch in weiter Ferne zu liegen. Aber es ist doch wohl schon als ein gewisser Fortschritt zu betrachten, wenn man sich überhaupt über die Art der Probleme im klaren ist. So stehen heute im Vordergrund des Interesses die Beziehungen der Molasse zu den Alpen. Denn wir wissen, daß die erstere zum größten Teil der Schutt der werdenden Alpen ist, daß die Gerölle der subalpinen Molassezone, trotzdem viele davon unbekannter Herkunft sind, alle aus dem Süden des Molassetrogs, aus den Alpen, stammen. Aus den in verschiedenen Niveaus auftretenden Geröllen können Bewegungsphasen des alpinen Hinterlandes erschlossen werden in einer Zeit, in der wir keine Sedimente in den Alpen zur Deutung derselben zur Verfügung haben. Zuletzt kommen die tektonischen Phasen der Molasse selbst zur Auswertung, denn sie müssen aufs engste mit solchen der Alpen im Zusammenhang stehen, ja die gesamte Faltung der Molasse kann nur einer letzten großen alpinen Bewegungsphase ihre Entstehung verdanken. Mit diesen einleitenden kurzen Andeutungen glaube ich die innigen Zusammenhänge zwischen Molasse und Alpen genügend gekennzeichnet zu haben. Ich möchte nun zunächst die Füllung des Molassetrogs streifen. Wir sehen, daß die Ablagerung der Molasso beginnt mit dem Mitteloligocän, mit der stampischen Stufe, und hinaufreicht in das obere Miocän und mit der sarmatischen Stufe ihr Ende findet. Wir sehen weiter, daß die Sedimente des Molassetrogs an dessen Nord- und Südrand durchaus verschieden voneinander sind und deutlich erkennen wir daraus den Einfluß des alpinen Gebirges im Süden des Troges. ...