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Der ,fränkische Chirotheriensandstein" und die Frage der Abgrenzung von Oberem und Mittlerem Buntsandstein.

Grupe, O.

Kurzfassung

In einem auf der Hauptversammlung der Deutschen Geologischen Gesellschaft in Stuttgart am 12. August 1926 gehaltenen Vortrage ,Zur Stratigraphie der sog. Chirotherienschichten in Franken" behandelt H. Kirchner die Stellung des ,fränkischen Chirotheriensandsteins" und im Zusammenhange damit die besonders wichtige Frage der Abgrenzung des Oberen und Mittleren Buntsandsteins in Deutschland. Das Ergebnis, zu dem der Autor kommt, möchte ich auf Grund eigener Beobachtungen und Erfahrungen, die ich bei vergleichenden Untersuchungen im mitteldeutschen und süddeutschen Buntsandstein gesammelt und in mehreren Aufsätzen veröffentlicht habe, nicht unwidersprochen lassen. Kirchner weist zunächst nach, daß der von Sandberger zuerst entdeckte und von Frantzen mit dem Namen ,fränkischer Chirotheriensandstein" belegte Chirotherienhorizont vom Roten Berg bei Gambach i. Fr. nicht, wie man bisher nach dem Vorgänge Frantzens annahm, ident ist mit dem 20 m über dem Plattensandstein liegenden und den Röttonen in einem Umfange von 6,25 m eingelagerten Komplex quarzitischer Sandsteine, sondern daß diese Fährtenbank in Form eines grünlich-weißen, 0,60 m starken quarzitischen Sandsteins, des sog. ,Grenzquarzits", den oberen Abschluß der Zone des Plattensandsteins bildet, welch letzterer selbst im übrigen aus dunkelroten tonigen Sandsteinen in Wechsellagerung mit Schiefertonen sich zusammensetzt. Kirchner ist es weiter geglückt, unter dieser Fährtenbank sowohl innerhalb des Plattensandsteins einige Fährten zu entdecken, welche teils Chirotherium, teils anderen Sauriern zuzuschreiben sind, wie in der den Plattensandstein unterlagernden Karneolbank neuerdings eine Fährte zu beobachten, die trotz schlechter Erhaltung als Abdruck einer Vordertatze eines Chirotheriums sich kenntlich macht. ...