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Salztektonik.

Fulda, Ernst

Kurzfassung

Die Ergebnisse der vorstehenden Abhandlung lassen sich folgendermaßen kurz zusammenfassen: 1. Die chloridischen Salzmineralien geraten bei einem Druck von mehreren tausend Atmosphären in einen fließbaren Zustand. 2. Der Belastungsdruck des Deckgebirges war nicht ausreichend, um das Salzgebirge in Mittel- und Norddeutschland zum Fließen zu bringen. 3. Die Salztektonik wird von denselben Kräften hervorgerufen, die auch die tektonischen Erscheinungen in anderen Gesteinen bewirken. 4. Die Intensität der salztektonischen Erscheinungen wächst mit dem Neigungswinkel der Schrägschollen, denen das Salzgebirge angehört. 5. Das Salz vermag im fließbaren Zustande sehr weite horizontale Wanderungen auszuführen, ehe es vertikal aufsteigt. 6. Der Druck, der das Salz in Bewegung setzt, geht von seinem Liegenden aus. Der Belastungsdruck des Hangenden wirkt dabei als Widerlager. 7. Die stärksten Salzbewegungen führen zu einem Aufsteigen des Salzgebirges als Salzstock, in dessen innerem Bau Fließdiskordanzen zwischen den einzelnen Salzschichtpaketen häufig auftreten. 8. Die Brekzienstruktur des Karnallitgesteins ist eine Folge der Fließbewegung.