Original paper

Geologische Tiefseeforschungen auf der Deutschen Atlantischen Expedition.

Pratje, Otto

Kurzfassung

Die Deutsche Atlantische Expedition arbeitete an Bord des Forschungsschiffes der Reichsmarine ,Meteor" vom April 1925 bis zum Juni 1927 in den Gewässern des Atlantischen Ozeans südlich 20 Grad Nord. Der Plan der Expedition stammt von Professor Merz, dem früheren Direktor des Instituts für Meereskunde Berlin, der den Beginn der Krönung seines Lebenswerkes noch erleben konnte, aber im Sommer 1925 in Buenos Aires starb. Die Gesamtleitung übernahm nun der Kommandant des Schiffes, Kapitän z. S. Dr. h. c. Spiess. Für die wissenschaftliche Ausrüstung in jeder Beziehung kam die Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft auf, während das Fahrzeug mit seinem Personal von der Marine gestellt wurde. Zum ersten Male ist auf einer Tiefseeexpedition eine systematische Erforschung eines großen Meeresteiles durchgeführt worden, indem auf 14 Querfahrten über den Ozean in jeweils etwa 7 1/2 Breitengraden Abstand 310 Beobachtungsstationen gemacht worden sind, auf denen die Wasserverhältnisse von der Oberfläche bis zum Boden in bezug auf Temperatur, Salzgehalt, Gasgehalt und Planktonführung untersucht worden sind, dazu kommen die Grundproben und die fortlaufenden Echolotungen sowie seitens der Meteorologen die Beobachtungen in der Atmosphäre. Der Grundgedanke des Planes ist die Erforschung der Zirkulation der Wassennassen und dabei spielt das Gefäß eine wesentliche Rolle, so daß auch die Geologie hieran beteiligt ist. Unsere Kenntnisse von der Gestalt des Meeresbodens sind auf dieser Expedition durch die Anwendung des Echolotes wesentlich erweitert worden. In dem Gebiet lagen bisher etwa 3000 Lotungen vor, der ,Meteor" hat über 67000 Tiefenbestimmungen mitgebracht. Die hauptsächlichsten Punkte sind von von Recum und dem Verfasser bereits in der Zeitschrift der Gesellschaft für Erdkunde erwähnt worden (1926 Heft 1, 5/6 und 1927 Heft 3). ...