Original paper

Die Pyrenäen.

I Sans, M. Faura

Kurzfassung

Die Pyrenäen bilden die axiale Zone der großen präalpinen geotektonischen Bewegungen und den Kernpunkt einer endogenen Granitisierung, der durch den Druck tiefer seitlicher Kontraktionen gewaltsam emporgehoben wurde. Wegen seiner besonderen Orogenie erscheint das Gebirge felsig und klippig, und geologische Studien sind naturgemäß außerordentlich schwierig. Der eigenartige topographische und geognostische Charakter der Pyrenäen hat trotz der großen Schwierigkeiten, die sich dem Reisenden und dem Forscher entgegenstellen, die bedeutendsten Geologen angezogen, und die Schlußfolgerungen, zu denen sie gelangten, sind, obgleich alle außerordentlich wertvoll und beachtenswert, widersprechender und entgegengesetzter Natur und es treten darin die seltsamsten Meinungsverschiedenheiten über verschiedene geognostische Horizonte zutage. Eine große Zahl von Arbeiten ist veröffentlicht worden, in denen auf Grund der modernsten Theorien wichtige Beiträge für die Lösung der großen stratigraphischen und geotektonischen Probleme niedergelegt sind. In diesen Arbeiten verfügen wir heute nicht nur über mehr oder weniger vollständige und abgeschlossene Studien, sondern auch über verschiedene geologische Karten. Die hervorragendsten Beobachter, die die hohen Gipfel der Gebirgskette bestiegen und die dichten, die Täler bedeckenden Urwälder durchschritten, haben sich von den Komplikationen überzeugt, die hinsichtlich der geotektonischen Vorgänge bestehen. Ihre Schlußfolgerungen legten sie in der auf Grund ihrer gewagten und beschwerlichen Forschungen gezeichneten stratigraphischen Profile und geologischen Karten nieder, welche die tiefen dislozierenden Störungen zeigen, mit denen sich uns die Stratigraphie jener Gebiete in ihrer heutigen Form darstellt; aber nicht einmal auf hypothetischer Basis ist es uns möglich, mittels konkreter geologischer Berechnungen jene Schichten genau chronologisch geordnet in ihrem ursprünglichen Aufbau nachzubilden. ...