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Die kambro-silurische Epirogenese im Oslo-Mjösengebiet der kaledonischen Geosynklinale

Ferbold, Hans

Kurzfassung

Das zur kaledonischen Geosynklinale gehörende Oslo-Mjösengebiet zeigt einen neritischen Charakter der kambrischen, ordovicischen und gotlandischen Sedimente. Im Ordovicium, so besonders in den Etagen 3 und 4, sind typische Sedimentationszyklen entwickelt, die mit Schiefern beginnen und mit Kalken abschließen. Dieser Sedimentationsrhythmus kann nicht klimatisch bedingt sein, denn es stellen sich in den oberen Teilen der Dachbank eines Zyklus untrügliche Kennzeichen für Flachwasserbildungen ein (z.B. Glaukonit im oberen Ceratopygekalk, Phosphorithorizonte im oberen Chasmopskalk usw.). Als Bildungen flachsten Wassers werden auch die Massenansammlungen von Fossilien betrachtet, die sich ebenfalls in einigen Dachbänken von Sedimentationszyklen einstellen (z.B. die Massenansammlungen von Agnostus pisiformis, von Orthis lenticularis, von Peltura scarabooides im Oberkambrium, die Endocerenschlachtfelder im Ordovicium usw.). Stellenweise sind diese Bildungen von Schichtlücken gefolgt, wie das im oberen Chasmopskalk durch Vergleich des Oslo- mit dem Mjösengebiet durch Kiaer und Raymond nachgewiesen ist. Daß in diesen Horizonten tatsächlich Bildungen flachsten Wassers vorliegen, läßt sich aus ihrem seitlichen Übergang in echte Konglomerate erkennen. Das Oslogebiet weist in seiner ganzen Ausbildung von Sediment und Fauna darauf hin, daß ein ständiger Wechsel der Wassertiefe in kambro-silurischer Zeit stattfand, der durch rein epirogene Bodenbewegungen bedingt war. Es kann sich dabei nicht um eine Wechselwirkung von epirogenen Senkungen und der Aufschüttung durch die Sedimente handeln, denn die Horizonte, die die Verflachungen anzeigen, lassen sich in gleicher Weise auch in den angrenzenden extrageosynklinalen Gebieten, im Baltischen Schild, zum größten Teil wiederfinden. ...