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Das geologische Alter der Grillenberger Schichten

Gothan, W.

Kurzfassung

Wenn man die Geschichte der Auffassungen über das geologische Alter der oberkarbonischen und rotliegenden Schichten am Süd- und Ostrande des Harzes durchgeht, so sieht man, daß sie ziemlich bewegt gewesen ist. Roemer hielt sie den kohlenführenden Schichten von Wettin, Meisdorf und Ilfeld für gleichaltrig und setzte sie in das Karbon. Beyrich und Lossen kamen später dazu, das Ilfelder Kohlengebirge ins Rotliegende zu stellen. Die Grillenberger Schichten selbst nun, die bei dem Orte Grillenberg am Südostrand des Harzes entwickelt sind, stellte Weiss ins Karbon, parallelisierte aber damit die Ilfelder Schichten. Danach richtete sich auch die Darstellung auf der Lossenschen Karte 1:100000. Man mußte zur Erkenntnis kommen, daß aus diesem Wirrwarr allein die Paläontologie den Ausweg weisen konnte. Sterzel untersuchte die Aufsammlungen der Lokalsammler in der Ilfelder Gegend und stellte die Ilfelder Schichten auf Grund der zahlreichen Funde von Walchien und Callipteriden richtig zum Rotliegenden; insbesondere Callipteris mit ihren zahlreichen Formen kann auch heute immer in Frankreich wie bei uns als sicheres Indizium des Rotliegenden angesehen werden. Neue Irrtümer machte Laspeyres, der die roten Mansfelder Schichten über die kohlenführenden von Wettin stellte, also ins Rotliegende. Erst Beyschlag und Fritsch konnten größere Klarheit in die Lagerungsverhältnisse der betreffenden Schichten des Gebiets bringen, unterstützt durch die Tiefbohrungen von Schladebach, Domnitz und Dürrenberg. Das von ihnen gegebene Profil ist das folgende: 3. Oberes Rotliegendes: Versteinerungsleer, über sämtliche älteren Schichten transgredierend. - Saalische Faltung - 2. Unteres Rotliegendes: e) Tone und Porphyrtuffe mit Flora; d) Petersberger Porphyr; c) Zwischensediment; b) Landsberg-Löbejüner Porphyr; a) Oberer Muschelschiefer mit Walchia und Callipteris. ...