Original paper

Was ist Diagenese?

Kumm, A.

Kurzfassung

Der Begriff Diagenese hat bisher noch keine allgemein anerkannte Definition gefunden. Die Verschiedenartigkeit der Anwendung bei den einzelnen Autoren ist so groß, daß Kessler glaubte, den Ausdruck Diagenese ausmerzen und durch einen anderen ersetzen zu müssen. Auch Wepfer wurde durch ,das nach wie vor bestehende Chaos der Begriffsumschreibungen" zu der Bemerkung veranlaßt, daß ,eben ein jedes Gestein seine besondere Diagenese" habe und daß sich eine allgemeingültige Regel für die Schichtgesteine nicht aufstellen lasse. Dieser resignierenden Ansicht vermag ich jedoch nicht zuzustimmen. In der Hauptsache stimmen eigentlich alle bisherigen Definitionen im Grunde ganz gut miteinander überein. Nur in der Abgrenzung gegen andere Begriffe, wie Metamorphose, Verwitterung, Metasomatose und dynamische Prozesse bestehen Abweichungen. Schon in der ersten Definition von Gümbel kommt zum Ausdruck, daß Diagenese Prozesse umfaßt, die ein Sediment unter der Einwirkung des Ablagerungsmediums, d.h. des Sedimentationswassers, durchmacht, wenn auch diese Definition sich nach späteren Erkenntnissen nicht mehr auf das von Gümbel gewählte Beispiel, den Gneis, anwenden läßt. Von J. Walther wurde der Begriff dann auf alle Sedimente ausgedehnt, aber auch postvulkanische Einwirkungen von Lösungen auf Lavagesteine und vulkanische Tuffe, sowie Auslaugungen der ersteren durch Sickerwasser und andere Gesteinsumwandlungen von Spalten aus wurden einbezogen. Obgleich die Verwitterungsvorgänge in dem genannten Werke in einem besonderen Kapitel behandelt werden, wird doch die Bildung von Eisenkonkretionen bei der lateritischen Verwitterung zur Diagenese gerechnet und ebenso auch die Entsalzung mariner Sedimentgesteine. ...