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Das Gebiet des Mittelharzer Devonzuges zwischen. Braunlage und St. Andreasberg

Bode

Kurzfassung

Der erste Tag der Exkursion, der 1. August, der vom Wetter begünstigt war, gestattete zunächst am Westausgang von Braunlage einen Überblick über die Landschaft nach morphologischen, stratigraphischen und tektonischen Gesichtspunkten. Die Spezialsättel und Mulden der unter- und mitteldevonischen Gesteinsfolge konnten im Gelände an Hand des im Andruck vorliegenden Kartenbildes erkannt werden. Von bergbaulichem und geologischem Interesse waren die an den Berglöchern belegenen Vorkommen metasomatischer Eisen- und Manganerze in mitteldevonischen Diabasen und das Gangsystem der Steinfelder Nickel-, Kobalt- und Silbererze führenden Gänge, deren Erzführung und Gangart an verschiedenen Stellen, besonders an der Halde des alten Ludwig-Rudolfer-Schachtes, studiert wurde. Durch eine Wanderung vom Kurhaus Waldmühle bis zu den Hahnenkleeklippen machte der Exkursionsleiter die Teilnehmer bekannt mit der stratigraphisch-petrographischen Ausbildung der Schichtfolge des unteren Mitteldevons (Wissenbacher Schiefer mit Einlagerungen und Eruptiven in Gestalt von Diabasen, Keratophyren und deren Tuffen) und des oberen Unterdevons (Hauptquarzit mit Kalk-, Grauwacke- und Porphyroidzonen), und zwar zunächst im kontaktfreien Zustande, weiterhin unter dem Einfluß zunehmender Kontaktwirkung des Brockengranits. Besonderes Interesse erregte die Geröllführung einzelner Porphyroidzonen im Forstort Brunnenbach, wo hühnereigroße Gerolle ortsfremder Gesteine für die tiefgreifende Abtragung und den weitausgreifenden Gerölltransport des Hauptquarzitmeeres sprechen. Nördlich der Überschiebung des Mittelharzer Devonzuges auf den Kulm der Siebergrauwacke boten die Hahnenkleeklippen Gelegenheit zum Studium der Bergformen des Granit- und Kontaktgebietes, der frühtertiären Landoberfläche mit ihren Härtlingen und Schuttablagerungen wie auch der erst im Jungtertiär erfolgten gewaltigen Tiefenerosion der tiefen Odertalfurche. ...