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Viertägige Exkursion in den Unterharz - Ergebnisse der geologischen Neuaufnahme

Dahlgrün; Schriel

Kurzfassung

a) Stratigraphie und Tektonik des südwestlichen Unterharzes Schriel. Fahrt mit dem Autobus von Goslar über Harzburg Torfhaus, Braunlage nach Wieda (Forellengrund). Die Exkursion führt in die Stratigraphie der Harzkernschichten vom Silur bis zum Kulm ein und zeigt den Decken- und Überschiebungsbau des südlichen Mittelhartes im Gebiet von Zorge und Wieda. Des leichteren Verständnisses wegen, und um ein durchgehendes Profil zu erhalten, begann die Exkursion am Forellengrund in Wieda. Hier sind die dem Unterkarbon zugerechneten Stieger Schichten besonders gut durch die Talerosion der Wieda und die Bahneinschnitte der Südharzbahn aufgeschlossen. Der Stieger Schichtenkomplex zerfällt in einen tieferen Horizont, der fast ausschließlich von eruptivem Material, nämlich dichten Diabasen, Tuffen und Diabasmandelsteinen, gebildet wird, und in einen höheren, vorwiegend sedimentären Teil, der als Einlagerungen Grauwacken, Wetz- und Kieselschiefer enthält. Am Forellengrund sind bei P. 337,2 (Blatt Zorge), westlich der Wieda, die Stieger Schichten gut aufgeschlossen,desgleichen die Einlagerungen in ihnen am Gasthaus Erholung östlich der Wieda in einem größeren Steinbruch. Weiter talaufwärts, etas nördlich des Wiedaer Bahnhofs, beginnt durch Einschaltungen von Diabasen der Deckdiabas sich bemerkbar zu machen, der hier ein wohl bald 200 m mächtiges Lager bildet, das auf den Kulmkieselschiefer des Silberbachtales aufgeschoben ist. Die decknartige Überschiebung fällt mit nur wenigen Graden nach SO hin ein, eine Ercheinung, die am besten am Zachariaskopf wahrzunehmen ist. Diese Überschiebung des Deckdiabases auf den jüngeren Kieselschiefer ist eine Erscheinung, die in ihrer Ausdehnung vbis nördlich Zorge zu verfolgen ist, und die in ihren Ausmaßen bereits an alpine Überschiebungsvorgänge erinnert. Der überschobene Kulmkieselschiefer ist an der Bahn unmittelbar unterhalb des Glockenturmes und alten Friedhofes gut aufgeschlossen. Der Kieselschiefer liegt auf Schichten mit Rhynchonellae princeps, die entlang der Bahn, vor allem bis zur Station Wiedaer Hütte, im Aufschluß verfolgt wurden, und deren Kalke in einem Bruch unmittelbar westlich von ebengenannter Station aufgeschlossen sind. ...