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Das Brockengebiet und seine Kontaktzone

Erdmannsdörffer, O. H.

Kurzfassung

Die Exkursion sollte einen Querschnitt durch die mannigfaltigen Gabbro- und Granitgesteine des Brockenmassivs geben sowie einige der interessantesten Kontakterscheinungen zeigen. Vom Bahnhof Harzburg wanderten die 42 Teilnehmer Sonntag, den 7. August, in das untere Riefenbachtal. Wo dieses aus der NO-SW- in N-S-Richtung umbiegt, stehen links am Wege mächtige Klippen eines oberdevonischen Diabashornfelses an, der dem ,Oberharzer Diabaszug" angehört. Das feinkörnige Gestein läßt trotz seines hochmetamorphen Zustandes mit der Lupe noch deutlich die schmalen Plagioklasleisten erkennen. Klüfte sind mit grobkörnigem Kalkspat, der bisweilen Granat führt, ausgefüllt. Beim Weiterweg, der zunächst in W-O-Richtung um den Vorderen Schmalenberg herumführt, sieht man rechts im Hang mehrfach sehr deutlich die für diesen Diabas bezeichnende ,Kissenabeonderung" (pillow lava). Die Wegecke direkt oberhalb des Harzburger Hofes steht in Kulmgrauwackenhornfels, der von Granitgängen durchtrümert ist; etwa 100 m weiter nach S treten rechts die Felsen des ,Wilhelmsblickes" heran, die von Hornfelsen der mitteldevonischen Orthophyrtuffe zusammengesetzt sind. Der grobstückige Brekziencharakter dieser Gesteine tritt auf der angewitterten Oberfläche ausgezeichnet hervor. Die hochgradige Kontaktmetamorphose macht sich besonders in der massenhaften Entwickelung von rotbraunem Granat bemerkbar. Interessant ist das Auftreten von schmalen, sich mehrfach verästelnden Trümern von Syenit, der als farbigen Gemengteil einen, hier meist stark zersetzten Diopsid-Hedenbergit führt und mehrfach Kalkspat enthält, durch dessen Herauslösung die Gesteine oberflächlich ein poröses Gefüge annehmen. Selten sind heller Titanit, Kupferkies und Bleiglanz zu beobachten. ...