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Untersuchungen an Gletschern und Moränen Spitzbergens.

Gripp, K.

Kurzfassung

Das Ziel der Reise war unter anderem Aufschluß zu bekommen über die Ursachen aus denen Endmoränen Norddeutschlands bald überwiegend sandig-kiesig, bald fast ganz tonig sind. An den über 20 großen Gletschern, die besucht wurden, ergab sich, daß die Gletscher, die an ihrem Ende kein Widerlager finden, bis zuletzt völlig horizontal gelegene Abscherungsflächen aufweisen. Jeder noch so geringe Hügel aber an der Front des Gletschers wirkt als Widerlager, an dem sich das Eis aufrichtet. Dies dürfte von allgemeiner Bedeutung für die Art der Moränenbüdung sein. Es hat nämlich den Anschein, als ob bei der Aufwärtsbiegung des Eises an dessen Grunde Spalten aufreißen, in die dann von unten her Grundmoräne eintritt. Schmilzt solches, von Schutt erfüllten Spalten durchzogenes Eis ab, so wird das in den Spalten eingeschlossene Moränenmaterial frei. Ist dieses vorwiegend sandig-tonig, so zerfällt es nach dem Austauen und breitet sich über die Oberfläche des Eises aus. Auf diese Art entstehen Schuttlager, die schließlich mehr als 2 m Dicke erreichen. Da die sommerliche Wärme aber nicht tiefer eindringt als höchstens 2 m, so ist das Eis durch eine solche Schuttdecke vor weiterem Abtauen geschützt... bis zur nächsten Klimaschwankung oder bis an einzelnen Stellen die schützende Schuttdecke durch fließendes Wasser entfernt ist. Äußerlich machen die bis 1 km breiten, vorstehend geschilderten Gebiete mit ihrer einheitlichen Schuttdecke den Eindruck von echten Moränen, zumal sie nicht selten die gewaltigen vorgelagerten Staumoränen an Höhe übertreffen. Die Oberflächenformen, welche nach völligem Ausschmelzen solcher mit Sand und Kies erfüllten Spalten zu erwarten sind, wurden nicht angetroffen. Wohl aber zeigten vor allem die Moränen des Sefström-, Nathorst- und Paula-Gletschers, daß letzten Endes eine kuppige Grundmoränenlandschaft entsteht, sobald die aus den Spalten austauende Grundmoräne tonig ist. ...