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Geologische Beobachtungen am westlichen Riesrand.

Bentz, Alfred

Kurzfassung

I. Die Gegend zwischen Trochtelfingen und Utzmemmingen. Im Egertal bei Trochtelfingen finden wir die ersten Spuren von Riesschuttmassen bereits an der Bahnstation, von der Deffner ganz eigentümliche Erscheinungen beschreibt. Der anstehende Untergrund weist hier in regelmäßigen Abständen etwa 40 cm tiefe, halbrunde Rinnen auf, die mit Weißjuraschutt, Stücken von Dogger und hellfarbigen Letten dicht ausgefüllt waren. Über das Streichen dieser eigentümlichen Bildungen, die sicher irgendwie mit der Rieserscheinung in Zusammenhang stehen, gibt er leider keine Angaben. Deffner erklärte sie seiner damaligen Auffassung gemäß als Moräne. Die Oberfläche ist glatt abgehobelt und darüber hat sich eine 60-90 cm mächtige Schicht von Kalktuff und Torf abgelagert. Dieses Profil ist sehr interessant, beweist es doch, daß hier nach der Ablagerung des Riesschuttes, als den wir die Ausfüllung dieser Rinnen heute wohl anzusprechen haben, eine Erosionsperiode einsetzt, in der die größte Masse der ,Bunten Brekzie" hier in. der Nähe der Talsohle weggeführt wird. Nur geringe Reste, die rinnenförmig in das Anstehende eingepreßt waren, sind uns daher erhalten geblieben. Wir dürfen aber ferner hieraus schließen, daß zur Zeit der Rieskatastrophe das Egertal bei Trochtelfingen bis zum Dogger beta herab erodiert war. Während ich für die Bopfinger Gegend als untere Grenze der präsarmatischen Eintiefung die 500 m Isohypse angeben konnte, haben wir hier den Beweis, daß das Tal selbst bis 444,6 m (Bahnhof Trochtelfingen) fertig ausgestaltet vorlag. Der Untergrund, in den diese mit Bunter Brekzie erfüllten Rinnen eingegraben sind, besteht nach Deffner aus ,Braunjura-beta-Schutt", verdrückte Sandsteine und Tonletten, nach der Skizze, Taf. III, Abb. 5, aus Braunjura-beta-Sand. Auf der geologischen Spezialkarte 1:50000 Blatt Bopfingen ist dagegen Dogger alpha angegeben. ...