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Neue Funde von Riesen-Landschildkröten auf Teneriffa

Burchard, O.; Ahl., E.

Kurzfassung

1. Über die Auffindung fossiler Knochenreste einer Riesen-Landschildkröte auf Teneriffa: [Von Oscar Burchard, La Orotava (Teneriffa)] Im März 1925 wurden mir gelegentlich eines kurzen Aufenthaltes in Adeje, im fernsten Südwesten der Insel, von einem dort ansässigen Bekannten einige Knochen gezeigt und überlassen, welche ich als fossile erkannte und bald darauf Herrn Gagel übergab, der zum Zwecke geologischer Forschungen auf der Insel Gomera nach Teneriffa gekommen war, um dieselben nach Berlin zur weiteren Untersuchung mitzunehmen. Es hat sich inzwischen ergeben, daß diese Knochen einer großen Art von Landschildkröten angehören), von denen ähnliche bisher nur von wenigen Stellen der Erde, den Galapagos-Inseln, den Mascarenen und der Aldabrainsel, bekannt geworden sind; die Entdeckung solcher erscheint für Teneriffa und die Kanaren deshalb noch von besonderes großer Bedeutung, weil an Fossilien hier bisher so gut wie nichts gefunden worden und wir über das Alter der Inseln gern nähere Anhaltspunkte gewinnen möchten. Meine Frage war zunächst: ,Haben sich denn nicht mehr Knochen, eventuell auch ein Schädel gefunden?" ,Ja, massenhaft, aber alle ganz zertrümmert und gleicher Art, kein Schädel, leider." Dieses seien die einzigen unversehrten Exemplare. Ich hatte damals nur Zeit, die Örtlichkeit des Fundes, gleich unterhalb Adeje, äußerlich in Augenschein zu nehmen, ohne dieselbe näher untersuchen zu können. Es war ein Tuff-Steinbruch am sog. barranco del Infierno, der einen vorzüglichen Baustoff für Häuser und Wasserleitungen sowie Bassins liefert und durch Dynamiteprengungen von etwa 15 m in der Breite und 5-7 m in der Höhe am Fuße eines langgedehnten, ziemlich steilen Abhanges mit äußerst dürftiger Verwitterungsschicht, in der einzelne endemische Sträucher (Euphorbia, Plocama usw.) wurzeln, eingetrieben war. ...