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Die Weser im Vereisungsgebiet während der ersten und zweiten Eiszeit.

Kurtz, E.

Kurzfassung

I. Einleitung: Durch die Erforschung des Glazials im mittleren Emsgebiet ist man immer mehr auf die Frage hingelenkt worden, wo die einheimischen Gesteine, die sich im nordischen Glazial finden, hergekommen seien. Schucht (Nr. 23) erwähnt präglaziale Kiese in der Bohrung von Altenberge bei Haren an der holländischen Grenze, die sich aus Milchquarzen, Kieselschiefern und Buntsandstein zusammensetzen. Nach ihm sind solche Kiese auch im Hümling sehr verbreitet. Tietze (Nr. 29) gibt an, daß die großen Kiesflächen bei Uelsen-Wilsum, bei Emsbüren und Lohne, fernes weiter östlich die von Lingen und Freren ihrem Hauptbestandteile nach aus südlichem Material, also wieder aus Milchquarzen, Kieselschiefern und Buntsandstein bestehen. Wegner (Nr. 33) ist der Ansicht, daß alle diese südlichen Kiese so stark in Erscheinung treten, daß in ihnen die echt nordischen Geschiebe sogar spärlich werden und daß man hie und da mehrere Quadratmeter absuchen muß, um solche zu finden. Selbst in richtigen Schotterbänken soll nach Wegner das Nordische nur lokal die Oberhand gewinnen. Große Kiesflächen gibt es aber auch östlich der mittleren Ems. Die über die 40 m-Höhenlinie aufragenden Rücken der Gegend von Fürstenau, Bersenbrück, Damme und Diepholz enthalten überall starke Decken von meist überwiegendem südlichen Material. Über die genaueren Ursprungsgebiete dieser den deutschen Gebirgen entstammenden Geschiebe und Gerölle hat bislang noch recht wenig verlautet. Schucht, Tietze, Wegner und früher schon Martin haben sich über die ungeheuer stark verbreiteten Milchquarze und die recht zahlreichen Lydite auf den Kiesrücken links und rechts der Ems beiläufig dahin geäußert, daß sie der Gegend von Osnabrück entstammen müßten. Das Karbon des Schafberges bei Ibbenbüren enthält bekanntlich weißliche Konglomeratsandsteine, die von Milchquarzgeröllen erfüllt sind, und ebenso lyditartige schwarze Gesteine. ...