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Über die geologische Gesetzmäßigkeit in der Verbreitung der kohlenführenden Ablagerungen im Karbon und Perm Rußlands

Lebedew, N.

Kurzfassung

Das Bestreben, die Ursachen der Naturerscheinungen zu klären, regt die Forscher immer wieder dazu an, sich je nach dem Umfange des angesammelten Materials mit der Zusammenstellung zu beschäftigen, und dabei nach Gesetzmäßigkeiten zu forschen. Dieses Bedürfnis einer weitgehenden Verallgemeinerung, das man als wissenschaftlichen ,Romantismus" im Gegensatz zu dem wissenschaftlichen ,Klassizismus" bezeichnet (11), muß von Zeit zu Zeit nach dem Stande der Entwicklung der Erkenntnis von Gesichtspunkten der exakten Wissenschaft; des wissenschaftlichen ,Realismus" nachgeprüft werden, der beabsichtigt, die mit Romantismus festgestellten Grundsätze mit den Ergebnissen aller Beobachtungen in der Natur in Übereinstimmung zu bringen. Über die von uns berührte Frage haben sich besonders ausführlich und bestimmt in ihren Arbeiten Karpinsky (3), Tetjaeff (1) und Archangelsky (7) ausgesprochen. Karpinsky hat ein allgemeines Bild der Verbreitung der Meere im europäischen Rußland für alle Perioden bis zum Posttertiär einschließlich gegeben. Nach den von ihm hierzu angestellten Untersuchungen besaß das Meer in Rußland in den verschiedenen Perioden der Erdgeschichte abwechselnd eine nordsüdliche bzw. ostwestliche Ausdehnung. Dabei ergab sich im einzelnen das folgende für die anthracolitische Periode (Karbon und Perm). In der Unterkarbonzeit verbreitete sich das Meer in dem europäischen Rußland in der Westostrichtung (ungefähr zwischen 46° und 61° der nördlichen Breite), und erstreckte sich in dieser Richtung auch nach Sibirien, während es gegen Westen als Grenze annähernd den 2. Meridian östl. Länge von Pulkowo hatte. Am Schlüsse der Karbonperiode nahm das Meer einen anderen Umriß an: es hatte seine größte Ausdehnung in der Meridianrichtung, indem es im Westen und im Osten durch die Meridane 2° und 30° (Ostabhang des Urals) begrenzt war. ...